Wirtschaftsindikatoren für Optionen

Wie können Wirtschaftsindikatoren bei Binären Optionen sinnvoll eingesetzt werden? Wir klären auf.

Wirtschaftsindikatoren werden für Konjunkturanalysen herangezogen, sie treffen Aussagen über die mögliche Wirtschaftsentwicklung und die Auswirkungen unterschiedlicher Konzepte.

Sie inkludieren daher neben den bekannten harten Fakten auch Optionen zu Wendepunkten, die sich beim Eintreffen bestimmter Ereignisse ergeben könnten.

Wirtschaftsindikatoren Aufzählung Symbolfoto

Wirtschaftsindikatoren sind vielfältig.

Ein Beispiel wäre der Ölpreis: Steigt dieser über ein bestimmtes Niveau, errechnen Wirtschaftsindikatoren ein Abkühlen der Konjunktur. Auch das Verhalten wichtiger Akteure lässt sich mithilfe der Wirtschaftsindikatoren vorhersagen, weil diese Akteure ihre Entscheidungen von Wirtschaftszahlen abhängig machen und dies im Vorfeld auch bekannt geben.

So kündigte die FED schon länger an, den US-Leitzins beim Unterschreiten einer bestimmten Arbeitslosenquote anheben zu wollen (Stand: Sommer 2014).

Was lässt sich aus Wirtschaftsindikatoren ablesen?

Diese Indikatoren geben Auskunft über aktuelle, mögliche künftige und auch vergangene Entwicklungen. Wenn sich die beschriebenen Wendepunkte herauskristallisieren, können ökonomische Akteure rechtzeitig und angemessen darauf reagieren.

Man unterscheidet die Indikatoren in vorlaufende, gleichlaufende und nachlaufende Wirtschaftsindikatoren:

  • Frühindikatoren (vorlaufende Wirtschaftsindikatoren): Hierzu zählen Aktienindizes, Investitionsabsichten oder Gewinnerwartungen, die eine mögliche Lage in der Zukunft beschreiben. Natürlich muss diese Lage nicht exakt so eintreffen, jedoch sind gravierende Abweichungen eher unwahrscheinlich, wenn nicht Katastrophen oder schwere Krisen die Prognosen durchkreuzen.
  • Präsenzindikatoren (gleichlaufende Wirtschaftsindikatoren): Das sind aktuelle Einzelhandelumsätze, das Bruttoinlandsprodukt des laufenden Monats oder Quartals, Konsumzahlen, die Industrieproduktion oder Lagerbestände. Mit diesen Aussagen zur gegenwärtigen Situation lässt sich eine präzise Aufstellung der aktuellen ökonomischen Lage anfertigen.
  • Spätindikatoren (nachlaufende Wirtschaftsindikatoren): Hierbei handelt es sich um die letzte Inflationsrate, das Bruttoinlandsprodukt des Vorjahres, die vergangene Arbeitslosenquote oder die Zinsniveauentwicklung. Anhand dieser Indikatoren können Wirtschaftsforscher ablesen, wie sich eine Ökonomie unter bestimmten Umständen entwickelt hat, was wiederum Prognosen für die Zukunft zulässt.

Beispiele für Wirtschaftsindikatoren

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht beispielsweise Wirtschaftsindikatoren, die eine mögliche Betrachtung darstellen. Es gibt international durchaus weitere und differenziertere Indikatoren.

Diejenigen der Deutschen Bundesbank sind das reale Bruttoinlandsprodukt, die Industrieproduktion, die Kapazitätsauslastung in der Industrie, die Arbeitslosenquote und ein harmonisierter Verbraucherpreisindex.

→ Reales Bruttoinlandsprodukt (nachlaufender Indikator)

Hiermit ist das Bruttoinlandsprodukt der EU in der Berechnung nach dem Laspeyres-Kettenindex gemeint. Als Datengrundlage dienen die Vorjahrespreise, das Referenzjahr ist aktuell (Stand: 2014) das Jahr 2005 mit einem Indexstand von 100. Es lässt sich also konstatieren, dass ein Jahr mit dem Indexstand von beispielsweise 115 ein gegenüber 2005 gewachsenes BIP von 15 % aufweist.

→ Industrieproduktion (Präsenzindikator)

Mit dem Produktionsindex werden Veränderungen im verarbeitenden Gewerbe, im Bergbau und in der Energiewirtschaft dargestellt. Wiederum ist 2005 das Referenzjahr. Dieser Wirtschaftsindikator gilt als zentral aufgrund der schnellen Verfügbarkeit der Daten, der Periodizität und der Untergliederung nach Wirtschaftszweigen. Die Datenerhebung erfolgt auf Monatsbasis.


→ Kapazitätsauslastung in der Industrie

Es wird die Kapazität in Prozent der möglichen Vollauslastung jeweils für das vergangene Quartal gemessen. Die Datenerhebung erfolgt durch Umfragen bei repräsentativ ausgewählten Teilnehmern. Die EU-Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen lässt die Umfragen durch nationale Einrichtungen und Institutionen durchführen und nimmt anschließend die Datenaufbereitung und die Analyse vor.


→ Arbeitslosenquote (Präsenzindikator)

Mit der standardisierten Arbeitslosenquote werden alle EU-Bürger erfasst, die im Alter von 15 bis 74 Jahren aktiv eine Arbeit suchen und aufnehmen könnten. Es werden zwar Quartalszahlen zugrunde gelegt, jedoch erfolgt die Erhebung brandaktuell aufgrund der schnellen Datenverfügbarkeit über Arbeitsämter. Eine Schätzung erfolgt daher auf Monatsbasis.

→ Harmonisierter Verbraucherpreisindex (nachlaufender Indikator)

Die Datenerhebung erfolgt für eine Berichtsperiode (in der Regel halbjährlich und jährlich), die Waren werden in Gruppen eingeteilt, ihre Preise mit dem Indexstand 100 des Basisjahres 2005 abgeglichen.

Der Ansatz fällt für die EU einheitlich aus, auch wenn das ein wenig an der Realität vorbeigeht, denn es existiert in Europa kein absolut homogenes Konsumverhalten. Der Index verwendet ebenfalls als Grundlage die Laspeyres-Rechenmethode, es ist ein Kettenindex mit wechselnden Gewichten.

Das bedeutet, einzelne Waren und Dienstleistungen werden von Jahr zu Jahr gegebenenfalls neu gewichtet. Nach diesem Index ermittelt Eurostat die Inflation im Euroraum.

 Fazit zu Wirtschaftsindikatoren für Binäre Optionen

Wer Binäre Optionen auf Einzelaktien und Aktienindizes handelt, kommt an Wirtschaftsindikatoren bei einem längerfristigen Trading kaum vorbei.

Auch für das Trading von Gold sind sie bedeutsam, weil dessen Preis eng mit der ermittelten Inflation zusammenhängt. Wirtschaftsindikatoren in das Forex-Trading und die Ableitung Binärer Optionen von Währungspaaren einfließen zu lassen gilt hingegen als höchst komplex.

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