Ulcer Index

Der Ulcer Index wird für Binäre Optionen oftmals falsch eingesetzt. Wir klären auf.

Der Ulcer Index ist ein Maß für die fallende Volatilität, die ein Verlustrisiko beschreiben kann. Seine Entwicklung in den 1980er Jahren zielte auf die Risiko-Bewertung von Fonds und sonstigen längerfristigen Anlagen. Den Namen hat er von „Geschwür“, weil Börsenkurven in Draw-downs so aussehen.

Der britische Trader und Investmentberater Peter Martin entwickelte im Jahr 1987 den Ulcer Index und veröffentlichte den Indikator in einem Investoren-Guide, den er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Byron McCann 1989 veröffentlichte. Der Ulcer Index beschreibt nur die Volatilität nach unten, die zu Draw-downs in der Kapitalkurve führen können, wenn Positionen im Verlust ausgestoppt werden.

Die Kapitalkurve ähnelt dann der Börsenkurve, die der Ulcer Index identifiziert, beides kam Peter Martin wie ein hässliches Geschwür vor – daher der Name Ulcer Index. Er ist mehr als eine bloße Metapher, denn möglicherweise erlitt Peter Martin bei Draw-downs tatsächliche Magengeschwüre.

Grundsätzliche Aussagen des Ulcer Index

Martin empfahl, den Ulcer Index für die Risikoberechnung in verschiedenen Kontexten einzusetzen. Sein Fokus lag auf der Fondsentwicklung, bei der Martin vermutete, dass eine nach unten ausschlagende Volatilität ein ernstes Zeichen darstellt. Fonds sollen eigentlich an Wert gewinnen, wenn sie gut diversifizieren und gleichzeitig gemanagt werden.

Sollte es trotzdem Einbrüche geben, müssen Verwerfungen am Gesamtmarkt dahinterstecken – das soll der Ulcer Index aufspüren. Er richtet sich ursprünglich eigentlich an Fondsmanager oder an alle Trader, die ein diversifiziertes Portfolio von Aktien- oder Rohstoffanlagen betreiben, die per se im Preis steigen sollten.

Ulcer Index Beispiel

Seine volle Stärke entfaltet der Ulcer Index erst bei der Betrachtung von Charts über längere Zeiträume hinweg. Im obigen Beispiel haben wir uns für einen Zeitraum von 3 Wochen entschieden. Die Verwendung des Ulcer Index bei Stunden-/Minutencharts ist nicht sinnvoll und kontraproduktiv.Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Wenn der Fonds beziehungsweise das Portfolio vernünftig gemanagt werden, sollte es keine hässlichen „geschwürartigen“ Einbrüche geben – es muss dann etwas anderes dahinterstecken. Anlegern empfahl der Erfinder Martin, nur bei einem ansteigenden Ulcer Index, der eine verringerte Volatilität nach unten bedeutet, zu investieren.

Die Anleger nahmen diese Botschaft als Nachricht über sinkende Marktrisiken auf und folgten vielfach – mit Erfolg – dem Ulcer Index.

Was sind sinnvolle Einsatzgebiete des Ulcer Index?

Der Ulcer Index wird immer noch von Fondsmanagern eingesetzt, dort gehört er auch hin. Moderne Softwareprogramme geben automatisierte Handelsempfehlungen bei einem ansteigenden Ulcer Index, der eine sinkende Volatilität nach unten bedeutet.

Allerdings gibt es jede Menge Trader, die den Index so interessant finden, dass sie ihn auch für Einzelwerte und vor allem – viel wichtiger – für kurze Zeitperioden einsetzen, die Martin keinesfalls gemeint hat.

Dahinter steht nun die Theorie, dass vermehrte Kursausschläge nach unten mit nachfolgendem, unbeabsichtigtem Ausstoppen von Long-Positionen tatsächlich auf einen kommenden Trendbruch nach unten hindeuten. Diese Theorie ist jedoch umstritten, denn dann könnten die Trader ja beruhigt Short-Positionen eingehen.

Stärken und Schwächen

Seine Stärken entfaltet der Ulcer Index zweifellos im Fondsmanagement und gegebenenfalls auch beim Verfolgen einer einzelnen Aktien- oder Rohstoffposition, die eigentlich steigen sollte. Theoretisch wäre er auch anwendbar, wenn ein Wert dauerhaft eigentlich fallen sollte, doch das ist mit großer Vorsicht zu genießen.

Insofern es sich um Aktien handelt, steigen diese meist gleichmäßig und fallen eher crashartig, was der Ulcer Index (den man dann auf ein Short-Zertifikat anwenden würde) so ganz bestimmt nicht abbilden kann.

Mit diesem Interpretationsphänomen lassen sich auch schon die Schwächen des Ulcer Index erklären: Er wirkt verlockend, weil die Trader unabhängig vom gehandelten Wert das Gefühl haben, einem fallenden Kurs gingen stets Volatilitätsausschläge nach unten voraus. Das bleibt jedoch ein statistisch nicht belegbares Gefühl.

 Fazit zum Ulcer Index bei Binären Optionen 

Fondsmanager und Aktientrader können den Ulcer Index gern auf ihre Wertpapiere und die Kapitalkurve gleichzeitig anwenden. Sie sollten dabei langfristige Zeiträume beobachten.

Tradern im Bereich Binäre Optionen ist der Index keinesfalls zu empfehlen, er verleitet sie in jedem Fall zu falschen Schlüssen. Seine Berechnungsgrundlagen basieren eigentlich auf Wochen- und Monatscharts, das lässt sich nicht auf Stunden- oder Minutencharts übertragen.

Als Ergänzung eignen sich der Ultimate Oscillator sowie Williams Percent Range.

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