True Strength Index

Ist der True Strength Index bei Binären Optionen relevant?

Der seit dem Beginn der 1990er Jahre verwendete True Strength Index (selten zu finden als Kürzel „TSI“) soll die „wahre Stärke“ eines Finanzmarktes im Gegensatz zur „relativen Stärke“ (dem RSI von Wilder) aufzeigen.

Es lassen sich mit dem True Strength Index unter anderem Rückschlüsse auf Überkauft-/Überverkauft-Situationen ziehen.

Der True Strength Index wurde von William Blau erstmals 1991 veröffentlicht und verwendet gleitende Durchschnitte, um die zugrunde liegende Dynamik eines Finanzmarktes zu berechnen. Dabei wird auch das Momentum als Frühindikator von Preisbewegungen berücksichtigt, während bekannt ist, dass gleitende Durchschnitte nachfolgende Indikatoren darstellen.

Der True Strength Index kombiniert dennoch die Eigenschaften der Gleitenden Durchschnitte und des Momentums mit dem Versuch, eine Preisbildung und die dahinterstehende Kauf- oder Verkaufsmotivation unmittelbar und synchron darzustellen.

Es werden also gleitende Durchschnitte und Marktimpulse gleichzeitig im TSI verarbeitet, daraus entstehen die Kennzahlen dieses Indikators. Dieser gehört heute zu den Standard-Indikatoren, die jedes Softwareprogramm für Trader inkludiert.

Grundsätzliche Aussage des True Strength Index

Grundsätzlich sagt der True Strength Index etwas über die unmittelbar anstehende Stärke oder Schwäche eines Marktes aus (nicht in Relation zu einer längeren Periode wie der RSI) und versucht dabei, mithilfe des Momentums zumindest die unmittelbar folgenden Ereignisse zu antizipieren.

Er entspringt dem Versuch der frühen 1990er Jahre, vorauseilende anstatt nur immer nachfolgende Indikatoren zu schaffen. Das gelingt, indem die Veränderungen in der gemessenen Bewegungsdynamik den daraus resultierenden Kursveränderungen etwas vorauslaufen.

True Strength Index Beispiel

Am sinvollsten ist die Anwendung des True Strength Index auf Wochencharts.Stockcharts

Tatsächlich wissen praktizierende Trader, dass einer größeren Kursveränderung gewöhnlich ein „Schwung“ vorausgeht, also ein wesentlich stärkeres Momentum. Wenn nun auf diesen Schwung auch noch eine signifikante Kursveränderung – ablesbar im GD – folgt, darf mit Fug und Recht ein neuer, starker Trend interpretiert werden.

Auch das Handelsvolumen wird im True Strength Index einbezogen, denn dieses muss sich bei einem stärkeren Momentum fast zwangsläufig (nicht immer!) erhöhen. Ein weiteres Motiv für die Entwicklung des True Strength Index durch William Blau war das Aufheben der Nachteile von Durchschnittsberechnungen bei anderen Indikatoren, die zu einer zeitlichen Verzögerung führen.

Grundsätzlich konnten Indikatorenentwickler bis zur Einführung des TSI zwischen nicht-geglätteten, daher zerklüfteten und schwer handhabbaren Indikatoren (etwa der Slow Stochastik) und geglätteten, dadurch aber stark nachlaufenden Indikatoren wie dem Relative Strength Index von Wilder wählen. William Blau erreichte nun mit dem True Strength Index, dass die unumgängliche Datenglättung – in diesem Fall repräsentiert durch die gleitenden Durchschnitte – mit einem unmittelbaren Signal, dem Momentum, verknüpft wird.

Was sind die Einsatzgebiete des TSI?

Der True Strength Index stellt eine Relation zwischen Auf- und Abwärtsbewegungen, Momentum und Volumen her und unterzieht die gewonnenen Daten einer einfachen Glättung.

Auf die Formeln soll hier verzichtet werden, moderne Softwareprogramme nehmen die Berechnung vor. Damit übertrumpft der True Strength Index den RSI, der unruhig verläuft und die Extremzonen zu selten anläuft.

Die doppelte Glättung im TSI – von William Blau schon in seiner Smoothed Stocastic vorgenommen – schafft einen „weichen“, nichtsdestotrotz vorauslaufenden Indikator mit wenig Fehlsignalen.

Dieser TSI entfaltet seine größte Stärke in kurzen Zeitperioden und wird daher auch in diesen eingesetzt. Allerdings erscheint er umso unruhiger, je kürzer die Periode ausfällt, im Intradaybereich ist er nur in Grenzen und nicht in allen Assetklassen einzusetzen. Gut geignet ist er hingegen für das Wochentrading bei Indizes, Aktien, Industrie- und Agrarrohstoffen und auch bei einigen Majors im Forexbereich.

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke des TSI ist zweifellos seine Verknüpfung von Momentum und GD und dadurch die eventuelle Option einer Antizipation. (Vorsicht: Echte Antizipation ist in Wahrheit nicht möglich!).

Wer gut mit einem True Strength Index umgehen kann, erhält in der Tat brauchbare Handelssignale. Seine größte Schwäche hingegen ist die Zwittrigkeit in Bezug auf Zeitperioden: Intraday möchte man ihn nicht einsetzen, auf lange Sicht erscheint er eher unnötig, den Wochenbereich bei Indizes oder Forexwerten getrauen sich viele Trader nicht zu bearbeiten.

 Fazit zum True Strength Index bei Binären Optionen

Gerade das Handeln über eine Woche wird trotz der erwartbaren Gaps immer wichtiger. Intraday nehmen die Expert Advisors den Tradern die Arbeit ab, von Hand ist kaum noch etwas Brauchbares zu erreichen.

Längere Zeiträume erscheinen indes immer schwieriger prognostizierbar. Das spricht für den True Strength Index und dessen Anwendung bei Binären Optionen im Wochenchart.

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