Stock Repair Strategie

Lohnt sich die Stock Repair Strategie bei Binären Optionen?

Mit der Stock Repair Strategie repariert der Anleger sein durch Kursverfall lädiertes Aktienportfolio mithilfe von Call-Optionen auf die gefallenen Aktien.

Stock Repair Strategie Binäre Optionen

Auch im Finanzhandel lassen sich Sachen „reparieren“.

Die Aktien haben nach dem Kauf einen Preisrückgang erlitten, der Anleger glaubt aber nach wie vor fest an sie, denn nur der Glaube gibt uns Halt. Also kauft er nun Call-Optionen auf seine gefallenen Engel, in der Hoffnung, dass diese den Kursverfall bei einem erneuten Anstieg wieder wettmachen – auch bei Binären Optionen ist  bei Aktien als Basiswwert manchmal die Rede von einer Repair Strategie.

Er könnte auch die Aktien nachkaufen, doch das ist teurer. Damit hält der Anleger nun Covered Calls auf seine Aktien. Die Strategie kann durchaus aufgehen, ist aber riskant. Sie entstand mit der Ausbreitung von klassischen Optionsscheinen im 20. Jahrhundert und dem Wunsch von Aktienkäufern, damit auch etwas anzufangen.

Also beschlossen diese Anleger, ihre zeitweise angeschlagenen Portfolios mit Call-Optionen per Stock Repair Strategie wieder auszubessern, wie das ein Handwerker mit seinem Haus nach einem Unwetter macht.

Funktionsweise der Stock Repair Strategie

Der Investor hält Aktien, die er zu einem bestimmten Einstiegskurs – beispielsweise 30 Euro pro Aktie – erworben hat. Er ist aus fundamentalen Gründen davon überzeugt, dass diese Aktien langfristig gewinnen werden und plant daher eine Haltedauer von Jahren.

Nun gibt es einen Kursrückgang auf 20 Euro, doch der Anleger glaubt dabei an einen gesunden Rücksetzer im Markt, den er ausnutzen beziehungsweise den Wert seiner Aktien „reparieren“ möchte.

Durch den Kauf einer Call-Option zu diesem Zeitpunkt wird bei steigendem Kurs der Ausgangswert des gesamten Pakets eher wieder erreicht, denn schon bei 20 Euro Aktienwert legt dann das Portfolio wieder im Wert zu und ist, wenn die Aktie wieder beim früheren Wert von 30 Euro notiert, effektiv durch die seit dem 20-Euro-Punkt mitlaufende Call-Option wertvoller geworden. Das hört sich zunächst einmal sehr gut an.

Dabei sollte sich der Investor dennoch absichern, wofür ihm mehrere Möglichkeiten zur Verfügung stehen:

  • Er kann einen Stopp für die Call-Option setzen (empfohlen).
  • Er kann das Aktienpaket mit einem Stopploss absichern (Geschmacksfrage, wenn doch die Aktien langfristig gehalten werden sollen).
  • Er kann sich mit einem Put hedgen, den er aber per Kaufstopp platziert in der Hoffnung, dass dieser – ebenso wie der Stopp für die Call-Option – nicht unbedingt erreicht wird.

→ Selbst ein Nachkauf der Aktien zu einem niedrigeren Einstiegskurs ist denkbar.

Wann ist die Anwendung der Stock Repair Strategie sinnvoll?

Die Stock Repair Strategie lohnt sich tatsächlich nur bei Aktien oder ähnlichen Assetklassen – denkbar wären beispielsweise noch Industrierohstoffe -, von deren prinzipiellem Steigen ein Investor wirklich langfristig überzeugt sein kann. Dabei spielt das Marktumfeld eine entscheidende Rolle. In einer generellen Aktienhausse mit gesunden Rücksetzern wäre zu dieser Strategie zu raten.

In unklaren Marktsituationen oder bei Aktien und anderen Assets, die eher zu Swings neigen (beispielsweise Forex-Werte), ist die Strategie nicht sinnvoll. Sie heißt nicht umsonst „Stock“ Repair Strategie, bezieht sich also ausdrücklich auf Aktien (Stocks). Es gibt Werte, die über Jahre betrachtet sehr gesunde Aufwärtstrends aufweisen, hier ist die Stock Repair Strategie grundsätzlich indiziert.

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke besteht im preiswerten Ausgleich eines Preisverfalls der Aktien durch die billige Call-Option. Wie gut das funktioniert, hängt von der Art dieser Option, dem Einstiegspunkt, der finanziellen Gewichtung der Option und dem Stopplossmanagement ab. Sollte dieses knapp ausfallen, hat der Anleger bei dieser Strategie nicht viel zu verlieren, ein Kursrückgang hat ohnehin stattgefunden. Er schützt sich mit der Stock Repair Strategie vor dem Impuls, die Aktien zu verkaufen oder sie billiger nachzukaufen.

Die erste Variante ist in jedem Fall mit einem Verlust verbunden, die zweite ist teuer und viel riskanter als eine Call-Option beziehungsweise benötigt unter Umständen ein viel großzügigeres und damit riskanteres Stopplossmanagement. Eine Call-Option mit einem gewissen Hebel – zum Beispiel 1:10 – verursacht hingegen nur ein Zehntel der Kosten für einen Nachkauf und auch nur ein Zehntel des Verlustes bei gleichem Stopp-Abstand, falls sich der Preisverfall fortsetzt.

Wenn der Aktionär bei seiner Auffassung vom generell steigenden Kurs bleibt, kann er auch noch billiger die Call-Option nachbuchen. Das sind die Vorzüge der Stock Repair Strategie, denen der Nachteil gegenübersteht, dass Aktien auch endlos fallen können, vor allem im Falle einer Crash-Situation. In diesem Fall verliert der Investor doppelt: an den Aktien und an der Call-Option.

Alternativen und Ergänzungen zur Stock Repair Strategie

Eine Alternative wäre, die Aktien nachzukaufen und/oder sie mit einem Stopploss zu versehen. Diese Alternative möchte der Anleger gerade vermeiden, sie kann mit erheblichen Kosten verbunden sein.

Idealerweise würde er bei einem Kursrückgang die Aktien mit leichtem Verlust ausstoppen lassen und sie bei fortgesetztem Kursrückgang noch billiger nachkaufen, doch in der Praxis scheint gerade diese Technik stets zu versagen.

Es käme auf diese Weise zu endlosen Käufen und Verkäufen, die stets mit kleinen Verlusten verbunden sind, die sich aber summieren. Aus diesem Grund wird ja die Stock Repair Strategie gewählt. Eine probate Ergänzung wäre jedoch das Hedging mit einer Put-Option, jedoch nicht in der Art einer Collar Strategie, also bei gleichzeitigem Kauf mit dem Call, sondern per Kaufstopp. A

uch die Call-Option könnte per Kaufstopp eingebucht werden, sodass der Anleger über und unter dem gefallenen Kurs der Aktie Kaufstopps für einen Call und einen Put platziert und damit dem Kurs folgt in der Hoffnung, dass sich die Einstiegskurse von Call und Put positiv kreuzen und damit zwischen diesen beiden Scheinen ein Gewinn entsteht.

 Fazit zur Stock Repair Strategie bei Binären Optionen

Diese Strategie sollte wörtlich genommen werden, sie eignet sich tatsächlich nur bei einer prinzipiellen Grundüberzeugung des Investors: Seine Aktien werden langfristig steigen. In diesem Fall kann die Stock Repair Strategie zur gesunden Depotbeimischung mit Derivaten beitragen.

Für einen langfristigen Erfolg bei Binären Optionen bieten sich eher die Trendfolgestrategie, die Kontra-Trend-Strategie und die Volatilitätsstrategie an.

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