Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Bei der SKS-Formation ist bei Binären Optionen große Vorsicht geboten. Wir klären auf.

Das Schulter-Kopf-Schulter-Top, besser bekannt als SKS-Formation (Schulter-Kopf-Schulter-Formation) ist eine der bekanntesten Chartformationen, sie gilt als prominent.

Es gibt sie auch in der Umkehrung als inverse SKS, wobei das Original den Aufwärtstrend, die inverse Entsprechung den Abwärtstrend betrifft.

Die Schulter-Kopf-Schulter (SKS) Chartformation erklärt

Der Status der SKS ist bemerkenswert, denn es handelt sich schon längst nicht mehr um die häufigste und schon gar nicht um die sicherste Handelsformation – vielleicht war sie das auch nie.

 

Die SKS ist bei vielen Analysten sehr beliebt und wird oft zitiert, während altgediente Trader wie Joe Ross sie verächtlich als „Hintern mit Hüften“ bezeichnen und weitestgehend ignorieren. Auch große Fans der SKS gestehen ihr zu, dass sie zwar eigentlich leicht zu entdecken sei, aber selten in Reinkultur vorkommt (sic!) und daher Fehler beim Traden, dieser Formation entstehen, , auch in Bezug auf Binäre Optionen.

Ein ähnliches Phänomen – diese Ambivalenz in der Betrachtung – ist unter den Hardcore-Verfechtern der Elliott Waves anzutreffen, die dieser Methodik anhängen wie einer Religion und bei einem Scheitern der daraus abgeleiteten Prognosen stets zerknirscht eingestehen, dass man die Wellen von Ralph Nelson Elliott wohl wieder einmal falsch interpretiert habe.

Nur by the way: Auch von Elliott Waves hält Joe Ross rein gar nichts, der einer der wenigen publizierenden Trader ist, die wirklich Geld am Markt verdienen, und das seit Jahrzehnten. In Deutschland gibt es Simon Betschinger. Fragen Sie diesen nachgewiesenermaßen erfolgreichen Trader einmal, was er von SKS und Elliott Waves hält. – Wir sind nun vom Gedankenweg abgekommen und möchten es auftragsgemäß nicht versäumen, das Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu erklären.

Entstehung einer SKS im Aufwärtstrend

Im Aufwärtstrend bewegt sich der Kurs bis zu einem Punkt 1 (linke Schulter), schlägt dann zurück und bildet den Punkt 2, bewegt sich wieder nach oben über den Punkt 1 hinaus zum höheren Punkt 3 (Kopf), schlägt wieder zurück bis auf Punkt 4 (Niveau von Punkt 2, beides zusammen wird die Nackenlinie bilden), steigt nochmals an auf Punkt 5 (Niveau von Punkt 1, dieses Mal die rechte Schulter) und fällt dann – tja, wie weit? Wenn er jetzt die „Nackenlinie“ durchbricht, hat die SKS ihre Aufgabe als klassische Trendwendeformation erfüllt.

Doch das geschieht leider selten. Wer dieses Bild ernst nimmt und danach fahndet, wer außerdem die Bemerkungen der Gurus ernst nimmt, die behaupten, so richtig in Reinkultur gäbe es das wohl nicht, der wird schnell verzweifeln. Nein, Sie sind nicht in der falschen Assetklasse unterwegs. Die Wahrheit ist die, dass die SKS eben nicht das tut, was ihr seit Jahrzehnten unterstellt wird: Sie schickt den Kurs nicht lehrbuchmäßig auf der rechten Seite unter die Nackenlinie und leitet damit den versprochenen Abwärtstrend ein, sondern sie foppt den Trader auf vielerlei Weise, wie wir uns auf den nächsten Zeilen bemühen werden zu erörtern.

Mein Gott. Zu allem Überdruss erzeugt eine SKS bei ihrer Beschreibung Sprachdurchfall, ihre Umkehrung (die inverse SKS) täte das auch, wenn wir uns darum kümmern würden.

Sollte man nach der SKS handeln?

Im Ernst: nein. Handeln Sie lieber nicht nach der SKS.

Laut Lehrbuch sollte nämlich Folgendes passieren:

  • Wenn der Kurs auf der rechten Seite der SKS die Nackenlinie nach unten durchbricht, sollte er recht unwiderruflich fallen. Dieses Szenario gilt als Hauptvariante, mithin das Schulter-Kopf-Schulter-Top als Trendwende-Formation.
  • Wenn der Kurs die Nackenlinie vielleicht gar nicht erreicht, sondern schon vorher wieder steigt, sollte sich beim Übersteigen der Schulter-, spätestens aber der Kopf-Linie ein deutliches Kaufsignal ergeben.

In Wahrheit macht der Kurs etwas ganz anderes, wenn er schon so etwas wie ein Schulter-Kopf-Schulter-Top gebildet hat. In der Regel geht er in Höhe der Schulterlinie in ein chaotisches Muster über, das auf längere Sicht – sehr wichtig! – keinerlei Trend erkennen lässt, weder nach oben noch nach unten.

Die SKS bildet vielmehr in den meisten Fällen den linken, stark ausgefransten Rand einer längeren Schiebezone, deren Kauf- oder Verkaufssignale später aus ganz anderen Entwicklungen entstehen. Das schließt natürlich nicht aus, dass der Kurs doch einmal nach oben oder unten durchbricht und die SKS-Fans ausrufen: „Wusste ich´s doch!“

 Fazit zur SKS-Formation bei Binären Optionen

Es handelt sich hier um eine der stärksten Chimären (= Trugbilder) der Chartanalyse. Wir erlauben uns, an dieser Stelle ausdrücklich vor dem Schulter-Kopf-Schulter-Top zu warnen und sprechen die Empfehlung aus, es zu ignorieren, wie es die Profis Ross und Betschinger tun.

Stattdessen lohnt sich ein Blick auf das Zweifachoch und Zweifachtief, die Diamant Chartformation und den Keil.

Sie sind auf der Suche nach einem guten Broker für Binäre Optionen?

Unsere aktuellen Empfehlungen:

BDSwiss Erfahrungen
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 100 €
Wertung:
IQ Option Erfahrungen
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 10 €
Wertung:
Binary.com Erfahrungen
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 5 €
Wertung: