Retail Sales (MARTS)

Was hat der Konjunkturindikator Retail Sales für Binäre Optionen zu bieten? Wir liefern eine Erläuterung.

Die Retail Sales (Einzelhandelsumsätze der USA) werden durch das Census Bureau im MARTS-Report dargestellt (Monthly & Annual Retail-Trades).

Die Erhebung erfolgt monatlich, alljährlich wird ein Gesamtindex erstellt. Der MARTS-Report erfasst sämtliche Waren aus dem Verkauf in Einzelhandelsgeschäften und ebenso den Einkauf der Händler inklusive der nötigen Dienstleistungen.

Retail Sales (MARTS) Symbolfoto

Aus den Retail Sales lassen sich sehr gut die Trends im privaten Konsum ablesen, auch gilt der MARTS-Report als guter Konjunkturindikator.

Inhalte und Veröffentlichung des MARTS-Reports

Der Index erfasst sämtliche Waren und alle Zahlungsflüsse auf verschiedenen Kanälen (Bargeld, Ratenzahlungen, Kreditkarten) sowohl in den Geschäften vom Einzelhändler zum Endverbraucher als auch vom Großhandel zu den Einzelhändlern, wobei Doppelerfassungen ausgeschlossen werden.

Dienstleistungen für den Einzelhandel, die ebenfalls zum Retail Sales Report gehören, können Serviceleistungen für Reparaturen oder den Support sein, eine der wichtigsten dieser Dienstleistungen erbringt die Kreditwirtschaft mit ihren Finanzierungsangeboten für die Waren.

Auch Verbrauchssteuern werden durch das Census Bureau erfasst, jedoch nicht die Umsatzsteuer als Durchlaufposten, die unmittelbar an die Finanzämter weitergeleitet wird. Allerdings gehören die FICA-Zahlungen der Händler als Arbeitgeber dazu, die aufschlussreich bezüglich der Umsätze sind. Rabatte und Erstattungen werden nicht berücksichtigt, der MARTS-Report ermittelt tatsächliche (ausgepriesene) Verkaufswerte, was als Schwäche gelten kann.

Die Erfassung durch das Census Bureau erfolgt per Stichproben bei Einzelhandelsunternehmen unterschiedlicher Struktur und verschiedener Größenordnung, die Art und Zahl der Stichproben gilt als repräsentativ. Die Retail Sales (MARTS) werden monatlich stets zwischen dem 12. bis 15. des Monats für den Vormonat veröffentlicht, die Jahresveröffentlichung (Annual Retail Trades) erfolgt Mitte März.

Aussagen des Retail Trades Reports

Mit dem MARTS-Report lässt sich sehr gut der private Konsum in den USA ermitteln, aus dem wiederum Teilrückschlüsse auf das BIP zu ziehen sind. Schon seit 1953 erfassen Stellen wie das Census Bureau die Einzelhandelsumsätze, bis man zu Beginn der 1970er Jahre die Methodik überarbeitete und eine Klassifizierung nach SIC (Standard Industrial Classification-System) einführte, die bis 2000 beibehalten wurde.

Die aktuellen Serien sind NAICS-zertifiziert (North-American Industry Classification System). Nach NAICS wurde inzwischen auch rückwirkend bis 1992 revidiert, sodass die abgeleiteten Trends aus dem MARTS-Report aktuell (Stand: 2014) als sehr genau gelten dürfen. Alle vorherigen Trends haben auch historisch nur einen begrenzten Wert. Daher kann der Retail Trades Report leider keine wirklichen Aufschlüsse über die Trends der letzten Jahrzehnte liefern, die eigentlich interessant wären.

Auf Sicht einiger Jahre ist er hingegen sehr wertvoll, denn er wird mit kurzer zeitlicher Verzögerung (Daten des Vormonats) publiziert. Die Revision ist recht hoch, daher schätzen einige Marktteilnehmer den MARTS-Report als sehr wichtig, andere eher als zweitrangig ein.

Stärken und Schwächen der Retail Sales (MARTS)

Der MARTS-Report weist hervorragende Stärken auf, denen einige Schwächen gegenüberstehen.

Als Stärken können die folgenden Eigenschaften betrachtet werden:

  • Die Retail Sales liefern die frühesten Daten für die Einschätzung des Konsumentenverhaltens. Das ist in einer reifen Wirtschaft wie der US-amerikanischen (auch der westeuropäischen) mit einem Inlandskonsum als entscheidendem Konjunkturfaktor kaum hoch genug zu bewerten. Andere Indikatoren sind eher nachlaufend und stärker auf das Sentiment ausgerichtet (so die Verbraucherindizes).
  • Die Bandbreite des MARTS-Reports ist sehr groß. Das Census Bureau erfasst die verschiedensten Einzelhandelsgeschäfte, die aus praktisch allen Sparten stammen.

Als Schwächen wäre zu konstatieren:

  • Durch die stichprobenartige Erfassung entstehen Fehler. Das erzwingt die bedeutenden Revisionen.
  • Die Datenreihe des MARTS-Reports ist sehr volatil. Eine sinnvolle Trendaussage lässt sich bestenfalls für einen Drei-Monats-Durchschnitt treffen. Die volatilsten Güter sind Kraftfahrzeuge, Benzin und Lebensmittel.
  • Die Retail Sales beziehen sich nur auf Waren, nicht auf die bedeutenden Dienstleistungen.
  • Veränderungen der Verbrauchernachfrage werden durch die Retail Sales nicht erfasst, sondern nur Preisveränderungen. Bei den volatilen Lebensmittel- und Benzinpreisen ist das essenziell.

 Fazit zu den Retail Sales (MARTS) bei Binären Optionen

Die Retail Sales liefern auf Basis einer monatlichen Erhebung und einer Jahreszusammenfassung recht gute Auskünfte zum Verbraucherverhalten.

Für das Trading besonders von Binären Optionen eignen sie sich durchaus als Hintergrundinformation, wenn die entsprechenden Zeiträume betrachtet werden, jedoch nur als Hintergrundinformation für generelle Trends, nicht für einzelne Handelsentscheidungen.

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