Protective Call

Wie nutzt man den Protective Call bei Binären Optionen?

Der Protective Call schützt eine Put-Position vor größeren Verlusten, wenn der Markt entgegen der Annahme des Händlers steigt.

Ebenso wie sein Pendant, der Protective Put, wurde dieses Hedging-Instrument mit der Entwicklung der Optionsscheine Anfang des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen und diente zunächst der Absicherung von Aktien- und Rohstoffpositionen bei Leerverkäufen.

Die Hedging Strategie Protective Call erklärt

Seit sich Mitte des 20. Jahrhunderts die großen Hedgefonds etablierten, gehörte der Protective Call zu den Standardbuchungen der Fondsmanager, die schließlich damit jede Put-Position – auch die von Derivaten – gegen steigende Marktkurse absicherten.

In letzter Konsequenz führt das zu einem Revelatorsystem mit gegenseitigen Hedges von Call- und Put-Derivaten. Ein Protective Call ist aus diesem Blickwinkel etwas anders zu betrachten als der Protective Put, denn Letzterer erfüllt eine recht klare, einseitige Absicherungsfunktion in einem Markt, der eigentlich von der grundsätzlichen Annahme her steigen soll: dem Handel von Aktien oder Industrierohstoffen.

Der Protective Call kann jedoch überall eingesetzt werden, also bei allen Derivatepositionen und sehr gern im Forexbereich, wo er weniger eine „Schutzfunktion“ im Wortsinn als den generellen Gegenläufer zu Call-Positionen mit gleicher Bedeutung wie jene darstellt.

Der Hintergrund: Es gibt praktisch keinen Markt, der grundsätzlich fallen soll, wohl aber Märkte wie die Forex, die sich grundsätzlich in Swings bewegen.

Wie funktioniert der Protective Call?

Bei der Funktionsweise eines Protective Calls müssen die Assets in unterschiedlichen Marktsituationen betrachtet werden.

A) Aktien:

Noch immer gibt es Leerverkäufe von Aktien, die sich eigentlich in Crash-Situationen und sonst nicht anbieten. Wenn der Händler den Leerverkauf vornimmt, muss er mit einem erneuten Anstieg des Marktes rechnen, sogar mehr als im umgekehrten Fall des natürlicherweise steigenden Marktes.

Der Protective Call erfüllt hier eine überragende Bedeutung und kann in recht hohem finanziellen Umfang als klassischer Optionsschein, CFD, Knock-out oder Binäre Option gebucht werden. Der Rückschlag hin zum steigenden Markt ist jederzeit zu erwarten, er erfolgt auch als urplötzliches Reversal. In diesem Moment gewinnt der Protective Call.

B) Rohstoffe:

Bei Industrie- und Agrarrohstoffen verhält es sich ähnlich wie bei Aktien, man darf bei gesunder Konjunktur grundsätzlich von einem steigenden Markt ausgehen. Jedoch sind Rohstoffpreise auch von der Förderung abhängig, bei einem Überangebot sinken die Preise moderat, worauf Händler mit Leerverkäufen reagieren können.

Ein Protective Call in moderatem Umfang schützt sie dabei vor Verlusten. Eine Ausnahme bilden Edelmetalle, die zu Aktien oft umgekehrt proportional korrelieren und dabei auch aberwitzige Kurssprünge nach oben und unten vollführen. Hier kann ein starker Protective Call gebucht werden, wenn der Trader zunächst auf einen stark fallenden Goldkurs setzt.

C) Forex:

Hier darf man Hedging-Positionen in Form eines Calls natürlich gern als Protective Call bezeichnen, aber im Grunde handelt es sich um eine von zwei Seiten in einer Swing-Position, die früher oder später unweigerlich die dominierende Richtung abbilden. Währungspaare – vor allem Majorpaare – bewegen sich immer hin und her, es gibt niemals einen ewigen Trend in eine Richtung. Das würde ja bedeuten, dass eine von beiden Währungen wertlos wird.

Der Protective Call hat also prinzipiell das gleiche Gewicht wie die gegenläufige Put-Position. Die Bezeichnung als Protective Call wird der zugrunde liegenden Auffassung auch nicht mehr völlig gerecht, es sei denn, der Trader glaubt an einen länger andauernden Abwärtstrend einer Paarung.

Wann ist ein Protective Call sinnvoll?

Anders als der Protective Put, der wenigstens in kleinem Umfang in einem Aktienmarkt eigentlich immer gebucht werden kann, sollten Trader einen Protective Call mit großem Fingerspitzengefühl anfassen.

Aktienleerverkäufe führt wohl kaum noch ein Unternehmen in großem Stil durch, die meisten Händler setzen stattdessen auf derivate Put-Positionen. Diese können mit dem sogenannten Protective Call gehedgt werden, wobei nun das Gewicht beider Derivatepositionen beachtet werden muss.

Am ehesten wird die Bezeichnung einer derivaten Call-Position als Protective Call einer Situation gerecht, in welcher ein Markt – welcher auch immer – in einen signifikanten Abwärtstrend übergeht und der Trader seine Put-Positionen pyramidisiert. Im Forex-Markt wäre das – siehe oben – ein Standardfall, im Aktienmarkt hingegen eher ungewöhnlich, denn eigentlich sollen ja die Aktien steigen. Nun nehme man einen Index wie den Dax, der über mehrere Tage immer weiter fällt und den Trader veranlasst, Put-Positionen nicht nur einzugehen, sondern auch aufzustocken.

Das kann klappen, bis dieser Trend erwartungsgemäß bricht, was jederzeit passieren kann. Um sich gegen den dabei entstehenden Verlust wenigstens teilweise abzusichern, bucht der Trader einen kleinen Protective Call.

Nicht sinnvoll ist der Protective Call bei einem Crash in gleichem Gewicht wie die eingegangenen Put-Positionen zu buchen, denn bei der Dynamik des Crashs wird er voraussichtlich verlieren, jedoch bis zu diesem Zeitpunkt den Put-Gewinn ganz erheblich schmälern. Er sollte nur in kleinem Umfang zugebucht werden.

Stärken und Schwächen

Die Stärke eines Protective Calls besteht darin, sich in einem fallenden Markt, der als unsicher gilt, wenigstens teilweise gegen Verluste eingegangener Put-Positionen oder Leerverkäufe abzusichern. Eine der größten Schwächen ist die starke Unberechenbarkeit fallender Aktienmärkte.

Einen Aufwärtstrend zu berechnen trauen sich viele Händler zu. Wie weit ein Crash reicht, wagt niemand vorherzusagen, daher ist die Stärke und auch der Einsatzzeitpunkt eines Protective Calls nur sehr schwer zu bestimmen.

Wie auch beim Protective Put lautet die Alternative, einfach Stopplosses für eingegangene Put-Positionen zu setzen. Die Trader glauben zwar, es entginge ihnen damit der Gewinn eines Aufwärts-Rückschlages im fallenden Markt, doch die Stärke dieses Rückschlages kennen sie nicht. Vielleicht entgeht ihnen ja gar nichts ohne den Protective Call. Eine Ergänzung ergibt sich im kompletten Revelator-System mit Puts und Calls auf beiden Seiten.

Fazit zum Protective Call bei Binären Optionen

Wie auch der Protective Put kann der Protective Call keine Totalversicherung gegen Verluste von Put-Positionen oder Leerverkäufen darstellen, zudem sind seine Anwendungsmöglichkeiten eher eingeschränkt.

→ Trader sollten seine Möglichkeiten daher nicht überschätzen.

Sie sind auf der Suche nach einem guten Broker für Binäre Optionen?

Unsere aktuellen Empfehlungen:

BDSwiss Erfahrungen
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 100 €
Wertung:
IQ Option Erfahrungen
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 10 €
Wertung:
Binary.com Erfahrungen
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 5 €
Wertung: