Producer Price Index

Was sagt der Erzeugerpreisindex PPI bei Binären Optionen aus? Welche Rückschlüsse kann man ziehen?

Der Producer Price Index (PPI) – übersetzt der Erzeugerpreisindex – misst die Preisentwicklung von Industrieerzeugnissen bei ihrer Herstellung und dem Verkauf im Inland an gewerbliche Abnehmer.

Obgleich der Begriff umfassend ist, fokussiert der PPI auf das verarbeitende Gewerbe, den Bergbau und die Energie- und Wasserwirtschaft. Es gibt jedoch adäquate Preisindizes für die Land- und Forstwirtschaft, das Baugewerbe und eine Reihe von Dienstleistungssektoren.

Producer Price Index Symbolfoto

Auch Rohstoffe und Halbzeuge werden teilweise vom Producer Price Index erfasst.

Der Producer Price Index ist in allen Staaten ein wichtiger Konjunkturindikator, der sensibel auf die Daten aus der einheimischen Wirtschaft reagiert. Die Erfassung erfolgt in der Regel monatlich und damit kurzfristig, sodass sich Veränderungen sehr schnell ablesen lassen.

Aus dem allgemein gehaltenen Producer Price Index können Wirtschaftsforscher erkennen, ob es einen konjunkturellen Aufschwung oder Abschwung gibt, auch zeigt der Index die Dynamik von Wirtschaftsentwicklungen recht genau an. Er liefert damit eine bedeutende Datenbasis für Konjunkturprognosen.

Berechnung und Darstellung des PPI

Der Index kann branchenbezogen und allgemein dargestellt werden. Als Indexbasis dient aktuell (2014) in Europa das Jahr 2010 mit einem Indexwert von 100, die Werte zeigen die Veränderung gegenüber diesem Jahr an.

Es erfolgt eine Rückrechnung auf frühere Jahre, die bei normaler wirtschaftlicher Entwicklung Werte von unter 100 aufweist, während die Jahre nach 2010 in der Regel einen Wert über 100 anzeigen. Eine mögliche Art der Darstellung ist die folgende Unterteilung:

  • PPI gesamt (Beispiel: Juni 2014 = 105,9 / November 2013 = 106,5 / Januar 2010 = 97,9 / September 2001 = 83,7)
  • Vorleistungsgüter
  • Investitionsgüter
  • Gebrauchsgüter
  • Verbrauchsgüter
  • Energie

Auch eine Unterteilung in Branchen wird vorgenommen.

Aus der beispielhaft dargestellten Datenreihe zwischen 2001 bis Juni 2014 (alle Daten für Deutschland) lässt sich ablesen, dass der Producer Price Index zwar größtenteils, aber nicht durchweg steigt, denn er lag im November 2013 leicht über dem Juni 2014.

Für die Berechnung nutzen die Statistikämter die Preise ab Werk ohne Mehrwertsteuer, wie sie durch die Unternehmen für die Abnehmer fakturiert werden.

Es handelt sich also um Transaktionspreise. Der gesamte Producer Price Index basiert in europäischen Staaten auf rund 9.000 Preisinformationen aus über 1.150 Produktgruppen, die je nach Staat bei etwa 1.200 bis 2.000 repräsentativ ausgewählten Erzeugungsbetrieben erhoben werden.

Rechtsgrundlage für die Erhebung ist die EU Ratsverordnung VO 1165/98 über die Messung kurzfristiger Konjunkturindikatoren, welche die EU-Mitgliedsstaaten schon seit den frühen 2000er Jahren verpflichtet, einen Producer Price Index für den Industrie- und Gewerbebereich zu erheben. In anderen entwickelten Staaten gelten ähnliche Verordnungen.

Was sagt der Producer Price Index aus?

Der PPI misst die Preisveränderungen in einer frühen Phase der Wertschöpfungskette vor dem Endverbrauch. Die nächstfolgenden Indizes sind dann der Großhandelspreisindex und anschließend der Verbraucherpreisindex. Alle Indizes gemeinsam – es gibt noch mehr – stellen ein umfassendes System für die Abbildung gesamtwirtschaftlicher Preisentwicklungen dar. Jedoch verändern sich Preise an unterschiedlichen Stellen der Wertschöpfung durch verschiedene Faktoren.

Der Verbraucherpreisindex ist stark von der Nachfrage abhängig und kann steigen, obgleich die Produktion nicht teurer geworden ist. Der Producer Price Index spiegelt vorrangig Rohstoff- und Stückkosten bei der Herstellung wider, zeigt also auch die Effizienz einer Produktion auf. Der Großhandelspreisindex ist von Logistikkosten und damit stark von Energiepreisen abhängig.

Stärken und Schwächen des PPI

Die Stärken des PPI bestehen in der genauen und sehr zeitnahen Darstellung von Produktpreisen ab Werk zu den gewerblichen Abnehmern und in der Kategorisierung nach bestimmten industriellen Bereichen, die als essenziell für die wirtschaftliche Entwicklung von Industrienationen gelten.

Kritiker bemängeln allerdings, dass gerade dieser Fokus ein eher einseitiges Bild liefert, denn Daten anderer Branchen wie der Landwirtschaft und von bestimmten, vom PPI nicht erfassten Dienstleistungssektoren können ebenso essenziell sein. So wird beispielsweise der britische Finanzsektor nicht vom dortigen PPI erfasst, der jedoch für die Wirtschaft des Landes eine maßgebliche Bedeutung hat und sich vor allem zeitweise schneller und dramatischer ändern kann als die Industrieproduktion.

 Fazit zum Producer Price Index bei Binären Optionen

Für die Bewertung der industriellen und gewerblichen Produktion ist dieser Index sehr wertvoll. Es ist ein moderner Index, der in den USA und in Europa erst in den frühen 2000er Jahren ins Leben gerufen und zwischenzeitlich mehrmals angepasst wurde.

Für entwickelte Industrienationen hat er eine hohe Aussagekraft, wenn die Analyse unter dem Blickwinkel betrachtet wird, dass ein PPI nur einen Ausschnitt des Gesamtbildes liefern kann. Es lohnt sich ein ergänzender Blick auf den Consumer Price Index.

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