Pivot Punkte

Sollte man Pivot Punkte bei Binären Optionen einsetzen?

Pivot-Punkte sind Drehpunkte, das Wort stammt aus dem Französischen und ist im Trading schon länger geläufig, wobei die Urheber der Berechnung unbekannt sind.

Pivot Punkte grafisch erklärt für Binäre Optionen

Auch in anderen technischen Bereichen werden Pivot-Punkte eingesetzt, denn sie ermöglichen es, Daten tabellarisch auszuwerten, die sich auf fixe Ausgangswerte beziehen.

Dieses Konzept popularisierte unter anderem im Jahr 1991 die US-Firma Brio Technology in einer Datendarstellung unter dem Namen DataPivot. Im Trading werden Pivot-Punkte spätestens seit den 1970er Jahren eingesetzt, Trader wie Joe Ross erwähnen sie in ihrer Literatur ab den frühen 1990er Jahren und erwähnen, dass das Konzept schon länger bekannt ist. Damit lassen sich Unterstützungen und Widerstände auf der Basis der Vortageskurse berechnen, also mit Bezug auf fixe Werte.

Aktuell bezieht sich das Konzept immer noch allein auf Tagesschlusskurse, einige Trader wandten es schon immer auch mit Wochenschlusskursen im sehr langfristigen Positionshandel an. Das schließt nicht aus, dass Pivots und die daraus abgeleiteten Widerstände und Unterstützungen nicht auch für kürzere Zeiträume berechnet werden könnten.

Berechnung und Funktion von Pivot Punkten

Wie erwähnt lassen sich aus Pivot Punkten wichtige Unterstützungen und Widerstände ableiten, wozu erst einmal ein Pivot Punkt aus den Vortageskursen berechnet wird. Die Legende hierzu lautet:

  • H = High (Hoch des Vortages)
  • L = Low (Tief des Vortages)
  • C = Close (Schlusskurs des Vortages)
  • R = Resistance (Widerstand)
  • S = Support (Unterstützung)

Die Berechnung des Pivots und der Widerstände/Unterstützungen erfolgt mit den folgenden Formeln:

  • Pivot = (H+C+L) : 3
  • R1 (1. Widerstand) = Pivot * 2 – L
  • R2 = Pivot + (H-L)
  • S1 (1. Unterstützung) = Pivot * 2 – H
  • S2 = Pivot – (H-L)

Es gibt noch weitere Möglichkeiten für Pivot Punkte, diese sind die gängigsten und zuverlässigsten. Die daraus abgeleitete Handelsstrategie für Binäre Optionen berücksichtigt die Widerstände und Unterstützungen für Kauf- und Verkaufssignale beziehungsweise für das Stopplossmanagement. Das kann recht zuverlässig funktionieren, allerdings gibt es wohl kaum reine „Pivot-Trader“, die nicht noch andere Signale mit heranziehen.

Als probates Mittel gilt im Pivot-Trading die Zuhilfenahme von gleitenden Durchschnitten. Welche Rolle die Pivot Punkte im Chartgeschehen spielen, hängt auch von der gesamten Volatilität (siehe hierzu auch die gleichnamige Volatilitätsstrategie) ab. Bei sehr starken Schwankungen werden die Punkte manchmal durchbrochen, als gäbe es sie gar nicht. Das ist allerdings nicht die Regel und hängt im Übrigen von der Assetklasse ab. Gerade in den Indizes, deren Wochengeschehen von unklaren Bewegungen geprägt wird, haben sich Pivot Punkte als sehr hilfreich erwiesen.

Wann sind Pivot Punkte sinnvoll einzusetzen?

Wer Trend-Trading betreibt, kann Pivot Punkte immer für Zukäufe und das Stopplossmanagement verwenden. Sie können ebenso sehr gut im Breakout-Trading eingesetzt werden, Zielpunkte für Long- und Shortpositionen sein und außerdem, wenn der Markt sie allzu sehr missachtet, Divergenzen aufzeigen. Alle modernen Chartprogramme berechnen automatisch die Pivot Punkte, praktisch alle professionellen Trader beziehen sie auf die eine oder andere Weise ein, und sei es als Gut-zu-wissen-Information.

Zu beachten wäre dabei, dass ein Pivot Punkt niemals eine genaue Kauf- oder Stoppmarke darstellt, sondern die Marktteilnehmer rund um diesen Punkt ihre Kauf- und Verkaufsstopps als Cluster bündeln. Daher macht es ausdrücklich keinen Sinn, einen Pivot Punkt als genaue Kauf- oder Stoppmarke (als „göttliches Signal“) zu nutzen. Dabei ist permanentes Ausstoppen mit Verlust vorprogrammiert.

Stärken und Schwächen von Pivot Punkten

Zur größten Stärke von Pivot Punkten gehört, dass sie nach wie vor relativ zuverlässig funktionieren, während sich andere Chartmuster seit den 1990er Jahren oft überlebt haben. Das könnte daran liegen, dass Pivot Punkte eine Komplexität des Marktgeschehens inkludieren, die mit einfacheren Mustern einfach nicht erfasst werden kann.

Als Beispiele seien die 1-2-3-Formation oder die SKS (Schulter-Kopf-Schulter) angeführt. Diese Muster stammen aus dem Aktienhandel der Vor-Computer-Ära, im Zeitalter der modernen Chartsoftware und der Expert Advisors versagen sie vielfach. Als Schwäche der Pivot Punkte muss gelten, dass sie durch einen sehr volatilen Handel zu sehr ignoriert werden. Trader haben dann keine Zeit mehr, ihr auf Pivot Punkten basierendes Stopplossmanagement anzupassen.

Gibt es Ergänzungen und Alternativen?

Pivot Punkte lassen sich wie erwähnt gut mit Trendkanälen und gleitenden Durchschnitten verbinden. Im Trend-Trading gelten sie als probate Anhaltspunkte, im Index-Trading sind sie oft unverzichtbar.

Bei hoher Volatilität wäre die Alternative das Breakout-Trading, bei dem Pivot Punkte kaum noch eine Rolle spielen können. Die Trader fokussieren dann auf Konsolidierungen und handeln die Ausbrüche, die oft vollkommen abseits der Pivot Punkte stattfinden.

 Fazit zu Pivot Punkten bei Binären Optionen

Trader sollten die Pivot Punkte kennen und zumindest bei komfortabler Berechnungsmöglichkeit über ein Chartprogramm täglich beobachten.

Sie spielen eine wichtige Rolle, wenn einzelne Tagescharts eine so unterschiedliche Länge aufweisen, dass ein Stab den anderen vollständig umrahmt, denn dann lassen sich mithilfe der Pivot Punkte am schnellsten die neu entstandenen Widerstände und Unterstützungen ausmachen.

Fatal wäre es jedoch, die Pivot Punkte im Bereich der Binären Optionen losgelöst von anderen Einflüssen – vor allem der Volatilität – als fixe Chartmarken zu betrachten.

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