Kontra-Trend-Strategie

Macht die Kontra-Trend-Strategie bei Binären Optionen Sinn? Wir klären auf.

Die Kontra-Trend-Strategie leitet sich aus dem schon länger bekannten antizyklischen Trading mit Derivaten ab und bildet das Gegenstück zur Trendfolgestrategie.

Begrifflich etabliert hat sie sich im Zusammenhang mit den Binären Optionen. Vor allem bei 60-Sekunden-Optionen wenden Trader gern eine Kontra-Trend-Strategie an, bei der sie die kurzen Gegentrends zum Haupttrend konträr handeln.

Das hängt auch mit der Eigenschaft der Binären Optionen zusammen, nur einmalig zum Ende der Laufzeit abgerechnet zu werden, ein zwischenzeitliches Ausstoppen ist normalerweise nicht vorgesehen (bis auf die Ausnahme des Early Closure bei länger laufenden Optionen).

Wenn nun mit normalem CFD- oder Knock-out-Trading gegen den Trend gehandelt würde, was einige Trader praktizieren, verzichtet normalerweise niemand dabei auf ein Stopplossmanagement.

Ein oftmaliges, kostspieliges Ausstoppen kann die Folge sein. Es beruht aber eigentlich auf der persönlichen Entscheidung des Traders über seinen Stopp im Kontra-Trend. Bei Binären Optionen ist er dieser Entscheidung enthoben, das kann in vielen Fällen hilfreicher sein.

Wie funktioniert die Kontra-Trend-Strategie?

Die Funktionsweise einer Kontra-Trend-Strategie fußt darauf, eine Trendumkehr zu identifizieren. Hierzu gibt es verschiedene Signale wie ein nachlassendes Volumen bei höheren Hochs, Ableitungen aus Candlestick-Charts oder Divergenzen zwischen einem Indikator und dem Kurs. Eine Chart-Software kann solche Signale sehr genau aufzeigen.

Die Chartdarstellungen der Binäre Optionen Broker genügen hierzu mitunter nicht. Konträr gekauft wird oft in steigenden Märkten, es werden also Put-Optionen an wichtigen Widerständen wie dem Wochen-, Monats- oder gar einem Allzeit-Hoch gebucht. Die Kontra-Trend-Strategie wäre darüber hinaus natürlich auch umgekehrt in fallenden Märkten einzusetzen, bei denen man ein Reversal erwartet.

Reversals weisen jedoch bestimmte Merkmale wie einen sehr plötzlichen, fast nicht berechenbaren und explosionsartigen Richtungswechsel auf, der die Kontra-Trend-Strategie sehr schwierig macht. Um mit Binären Optionen einen Kontra-Trend-Strategie sinnvoll durchzuführen, ist die Wahl der Laufzeit sehr entscheidend. Der Kontra-Trend muss innerhalb dieser Laufzeit einsetzen, ansonsten verliert die Option.

Auch ist die Wahl des richtigen Einstiegspunktes maßgebend, damit die Strategie aufgeht. Wenn der Kurs noch eine Weile länger in Richtung des Haupttrends läuft und erst später dreht, erreicht die Option unter Umständen nicht ihr Ziel, das bei einer Put-Option schließlich unter dem Einstiegspunkt liegen muss.

Wann ist die Kontra-Trend-Strategie sinnvoll?

Sinnvoll ist die Kontra-Trend-Strategie in einem tendierenden, von vielen Rückschlägen gekennzeichneten Markt einzusetzen. Das ist eigentlich eine Standardsituation, denn nur wenige Märkte tendieren über längere Zeit ohne Rückschläge nur in eine Richtung. Darüber hinaus können Trader das Risiko eingehen, nach einem Breakout einen Kontra-Trend zu handeln.

Das ist riskant, wenngleich der Rückschlag fast so sicher kommt wie das Amen in der Kirche – es weiß nur niemand, wann und in welcher Stärke dieser erfolgt. So ein Rückschlag nach dem Breakout trägt den oben beschriebenen Reversal-Charakter mit all seiner Unberechenbarkeit. Am ehesten ist die Kontra-Trend-Strategie im fortlaufenden Trend an signifikanten Widerständen wie neuen Hochs und Kreuzwiderständen, bei den beschriebenen Divergenzen und beim Bruch von Trendlinien anzuwenden.

Der Kreuzwiderstand grafisch erklärt

Der Kreuzwiderstand spielt auch bei der Kontra-Trend-Strategie eine Rolle.

Eine große Versuchung besteht in Ranges nach Ausbrüchen, die der Trader glaubt als False Breaks identifizieren zu können. Er bucht also eine Put-Option bei einem vermeintlichen False Break nach oben und umgekehrt die Call-Option beim vermeintlichen False Break nach unten. Hier wähnt sich der Trader auf der sicheren Seite, denn der Zeitpunkt und auch der genaue Preis für das Buchen der konträren Optionen scheinen festzustehen, was doch im laufenden Trend – siehe oben – so ungeheuer schwierig sein kann.

Doch dieser Versuchung sollten Trader lieber widerstehen. Ausdrücklich bezieht sich die Kontra-Trend-Strategie auf einen Trend, nicht auf den Ausbruch aus einer Range, der ganz anderen Gesetzen folgt.

Stärken und Schwächen

Die Kontra-Trend-Strategie entfaltet ihre Stärken in der Standardsituation des fortlaufenden Trends mit den gewohnten Rückschlägen. Manchmal erscheinen diese „wie gemalt“, der Chart weist über Zeiträume von Wochen, Monaten oder einem Jahr fast punktgenau regelmäßige Rückschläge auf. Das kommt natürlich nicht allzu oft vor, ist aber die ideale und beste Situation, um eine Kontra-Trend-Strategie anzuwenden.

Eine weitere Stärke kommt hinzu, wenn der Trader – was eigentlich zu erwarten ist – in Hauptrichtung investiert ist. Die Kontra-Trend-Strategie wäre also eine Ergänzung zum Trend-Trading und kann dieses hedgen beziehungsweise wird durch dieses gehedgt. Das funktioniert am besten, wenn die Trader in Trendrichtung mit einer komfortablen Position im Gewinn stehen.

Die Kontra-Trend-Strategie verwendet dann – sehr wichtig! – jeweils kleinere Positionen für das Gegentrading. Sollte also der Trader beispielsweise mit Calls für 2.000 Euro bereits im Gewinn stehen, kann er ruhigen Gewissens eine Put-Position für 200 Euro buchen. Wenn diese verliert, zieht er den Stopp für seine Call-Position um den verlorenen Betrag – mithin nur um ein Zehntel des Weges der Put-Position – nach.

Doch eine Kontra-Trend-Strategie hat auch Schwächen, denn wenn der Markt aufhört zu tendieren, können viele kleinere Verluste entstehen, die am Ende auch durch einen größeren Hedge in Hauptrichtung nicht mehr auszugleichen sind. Bei binären Optionen besteht zudem der Nachteil einer meist geringeren Trefferquote, wobei auch die Gewinner keine höheren Prämien erzielen.

 Fazit zur Kontra-Trend-Strategie bei Binären Optionen

Die Kontra-Trend-Strategie kann oder muss sogar durch normales Trend-Trading ergänzt werden, durch das sie gehedgt wird.

Natürlich ist das nicht zwingend, ein Trader könnte genauso gut nur die Gegentrends handeln, von denen er überzeugt ist. Beim 60-Sekunden-Handel mit Binären Optionen dürften das einige Trader praktizieren.

Wer das jedoch vorhat, könnte als Alternative zur Kontra-Trend-Strategie auch ein Reversal-Trading anwenden. Hier setzt man auf Ausbrüche, die erwartbaren Reversals und damit verbunden auf die sehr hohe Volatilität dieser Ereignisse.

Es handelt sich hier also um eine interessante Strategie, die jedoch Fingerspitzengefühl und gutes Moneymanagement erfordert. Am ehesten sollte sie ergänzend zum Trend-Trading eingesetzt werden.

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