Import and Export Prices

Welche Rolle spielt der Wirtschaftsindikator "Import and Export Prices" bei Binären Optionen wirklich?

Die Import and Export Prices stellen in ihrer Gesamtheit einen Indikator dar, der auf die Handelsbilanz eines Staates im weitesten Sinne verweisen kann.

Innerhalb dieser Betrachtung sind die Import and Export Prices natürlich nur ein Mosaiksteinchen, denn sie messen nur die Preise, nicht das Handelsvolumen. Der Gesamtindex der Exportpreise misst Preisveränderungen von Gütern aus der Inlandsproduktion beim Export, die Importpreise sind die für eingeführte Güter.

Import and Export Prices Symbolfoto

Der direkte Indikator „Import and Export Prices“ stammt vom US-Bureau of Labor Statistics, es gibt vergleichbare Indikatoren für Europa.

Veröffentlichung und Darstellung von Import and Export

Monatlich um den 12. veröffentlicht das US-amerikanische BLS die Import and Export Prices für den zurückliegenden Monat. Fundamental interessierte Trader können sich das Datum 12. des Monats (wenn kein Wochenend- oder Feiertag) um 8.30 h a.m. EST (14.30 h MEZ) merken.

Es fließt ein Revisionsfaktor in den Index ein, die Daten werden in den drei Folgemonaten revidiert. Für Statistiker ist der Index durchaus interessant, Börsianer halten die Auswirkungen eher für gering. Er stellt ein kleines Mosaiksteinchen im Inflationsbild dar.

Dargestellt werden unter anderem:

  • Preisveränderungen aller Importe
  • Preisveränderungen der Importe ohne Rohöl
  • Preisveränderungen der Importe nach Herkunft (besonders interessant: Japan und asiatische Tigerstaaten)
  • Veränderungen aller Exportpreise
  • Preisveränderungen der Exporte ohne Agrarprodukte

Berechnung der Import and Export Prices

Die Berechnungsmethodik ähnelt der von Verbraucherpreisindizes. Das Bureau of Labor Statistics sammelt jeden Monat die Nettoabschlusspreise von über 22.000 Produkten, die sich in rund 10.000 Exportprodukte sowie 12.000 Importprodukte unterteilen. Die Daten werden von 6.000 Unternehmen und weiteren Sekundärquellen erhoben.

Die erste Woche eines Monats ist der jeweilige Referenzzeitraum. Es liegt ein Basisjahr zugrunde (2014 ist es das Jahr 2005), die Produktpreise werden zum Basisjahr gewichtet, aber nicht saisonal bereinigt. Das bedeutet, wenn das Basisjahr einen durchschnittlichen Öl-Importpreis von 50 Dollar pro Barrel aufweist, wird der Dezember 2014 dazu ebenso gewichtet (hinsichtlich der Inflation) wie der Juli 2014, was zu Verzerrungen führen muss. Das Basisjahr wird immer wieder angepasst.

Die Datenreihen für die Import and Export Prices gibt es seit 1974 für jedes Quartal bei ausgewählten Serien, seit 1982 für alle Importe, seit 1983 für alle Exporte und seit 1989 für alle Güter im Monatstakt.

Bedeutung der Import and Export Prices

Für das Handeln an der Börse können die Import and Export Prices nur ein kleines Mosaiksteinchen sein, für Wirtschaftsforscher sind sie durchaus bedeutsam. Sie liefern nämlich ein Bild der inländischen wie der auswärtigen Inflation. Die Inflation kann aus dem Ausland importiert werden, sie führt in den dortigen Staaten zu höheren Zinsen, die Bondmärkte und häufig die Zentralbanken reagieren sensibel darauf.

Wie sehr Inflation importiert wird, hängt vom Handelsbilanzüberschuss oder -defizit eines Staates ab. Diese Bilanz versteckt sich mehr oder weniger auch in den Import and Export Prices, die dennoch das Handelsvolumen selbst nicht direkt messen, das ist bei der Betrachtung stets zu beachten. Die USA-Wirtschaftsforscher betrachten den Index unter dem Blickwinkel einer Importquote von rund 15 % an allen im Konsumgüter-Endverbrauch vertriebenen Produkten, was durchaus die einheimische Inflation etwas anheizen könnte.

In früheren Jahren wurde der Index daher stark beachtet, da aber die Inflationsrisiken sowohl in Japan als neuerdings auch in Europa – dem wichtigsten Handelspartner der USA – inzwischen nahe null liegen, verliert der Index etwas an Bedeutung. Eine gewisse Auswirkung auf die Ertragslage hat der Index durch die Konkurrenz einheimischer mit importierten Produkten.

Stärken und Schwächen der Import and Export Prices

Zu den Stärken des Index gehört seine Zeitgenauigkeit, denn die Veröffentlichung erfolgt monatlich.

Dem steht allerdings der Revisionsbedarf gegenüber. Ein Land kann durch die Import and Export Prices seine globale Wettbewerbsfähigkeit messen. Auch die breite Aufstellung der Import and Export Prices zählt inzwischen zu den Stärken, denen die Schwächen des fixen Warenkorbes, der mangelnden Saisonbereinigung und des Einflusses von Wechselkursen gegenüberstehen.

 Fazit zu Import and Export Prices bei Binäre Optionen

Ein Einfluss auf das Trading könnte bei starkem, fundamentalem Interesse durchaus gegeben sein, jedoch ist der Index schwer zu interpretieren.

Binäre Optionen Trader mit ihrem eher kurzfristigen Handelshorizont werden die Import and Export Prices nur als Gut-zu-wissen-Information zur Kenntnis nehmen (andere Wirtschaftsindikatoren wie beispielsweise der Consumer Confidence Index sind für Binäre Optionen deutlich relevanter).

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