Hedging (Absicherung)

Wie sollte man bei Binären Optionen hedgen?

Bei einem Hedge (also einer Sicherung), bucht ein Händler zu einer Position die Gegenposition – in der Regel mit einem Derivat.

Diese Hedging-Strategien sind sehr alt, sämtliche Optionsscheine basieren auf dem Wunsch, sich mit ihnen zu hedgen.

Hedging bei Binären Optionen

Hedging gleicht mitunter einem Drahtseilakt.

Man vermutet, dass es solche Optionen auf steigende oder fallende Preise schon im alten Ägypten gab. Das Hedging mit oder bei Binären Optionen setzt bekannte Hedging-Strategien fort.

Grundprinzip und Annahmen für das Hedging

Das Grundprinzip wird gern anhand der Preise für Agrarrohstoffe erklärt:

Ein Bauer und ein Händler möchten gern im Frühjahr einen Vertrag über die Getreidelieferung des Bauers an den Händler im kommenden Herbst abschließen. Beide Vertragspartner benötigen hierzu einen festen Preis für ihre Kalkulationssicherheit.

Da sie jedoch wegen verschiedener Unwägbarkeiten (vor allem des Wetters) die genaue Ernte zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht kennen, gehen sie ein Risiko ein:

A) Bei guter Ernte

→ dem daraus folgenden Überangebot und somit sinkenden Preisen hätte der Händler im Herbst das Getreide auf dem Markt zu einem niedrigeren Preis einkaufen können. Gegen dieses Risiko hedgt er sich mit einer Put-Option, die bei einem fallenden Preis gewinnt.

B) Bei schwacher Ernte

→ und damit steigenden Preisen hätte der Bauer im Herbst für sein Getreide mehr Geld erhalten. Gegen dieses Risiko hedgt er sich mit einer Call-Option, die bei steigenden Preisen gewinnt.

Aus diesem Verfahren wird schon die Zielrichtung von Hedging-Strategien klar: Sie sorgen für Preisstabilität, nicht aber für Supergewinne.

Dafür sind sie eigentlich nicht gedacht, auch wenn sie gelegentlich eintreten können. Jedoch führen Hedging-Strategien zur Versuchung, von einer Kursentwicklung in beide Richtungen des Marktes nahezu gleichzeitig profitieren zu können und gleichzeitig durch den Hedge permanent gegen Verluste abgesichert zu sein.

Hedge-Fonds arbeiten nach diesem Prinzip, sie hedgen abseits des ursprünglichen Zweckes reine Derivate gegeneinander. Jedoch sind Hedgefonds beileibe nicht immer die großen Gewinner am Markt, einige von ihnen gehen pleite. Rein pauschal lässt sich sagen, dass Hedging für Trader zu einer Chimäre werden kann, also einem Trugbild, das im Übrigen dem gleichnamigen Fabelwesen der griechischen Mythologie ähnelt: Dies sollte eine Mischung aus Löwe, Ziege und Schlange sein, also mutig und stark, ängstlich und meckernd sowie verschlagen und tückisch.

Es gibt Trader wie Joe Ross, die das Index-Trading als „Griff in die Schlangengrube“ bezeichnen. Genauso kann sich ein Trader bei intensivem Hedging fühlen, das er zuvor mutig wie ein Löwe angegangen war. Komplettes Hedging führt zum sogenannten Revelator-Prinzip, das um 2006 bis 2007 der deutsche Trading-Service godmode-trader.de seinen Kunden im Rahmen des Knock-out-Tradings (Head-Trader: Rocco Gräfe) vorstellte. Wer den Namen „Revelator“ (= „Offenbarer“) erfunden hat, ist unbekannt, vielleicht hielten die Kollegen das Hedging für eine Offenbarung.

Sie buchten vorwiegend auf den Dax Knock-outs beider Richtungen und mit höchst unterschiedlichen Preisen, deren Stopps sie dem Kursverlauf nachzogen in der Hoffnung, an irgendeiner Stelle permanent Gewinne zu erzielen und gleichzeitig durch das Hedging gegen Verluste stets abgesichert zu sein. Das System erwirtschaftete in einem der Folgejahre einen Jahresgewinn von rund 100 %, dann gab es der Tradingservice wegen anscheinender Unkontrollierbarkeit nach der Finanzkrise 2007/2008 auf.

Diese Unkontrollierbarkeit setzte erst ab 2009/2010 ein. Sie muss auch nicht notwendigerweise mit der Finanzkrise zusammenhängen, sondern könnte durch den zunehmenden Einsatz von Expert Advisors ab jener Zeit verursacht worden sein.

Wie funktioniert das Heding bei Binären Optionen?

Auch mit Binären Optionen ist Hedging möglich, eventuell sogar komfortabler als mit anderen Derivaten.

Sie eignen sich beispielsweise gut zur Absicherung von Aktienmarktpositionen, die steigen sollen. Gegen Rückschläge sichert sich der Trader mit einer binären Put-Option ab.

→ Drei Hauptstrategien sind auszumachen:

  • Reverse Hedge: Eine Aktie wird leer verkauft, gewinnt also bei fallenden Kursen. Der Trader bucht dazu eine binäre Call-Option, die bei steigenden Kursen gewinnen würde.
  • Protective Put: Eine Aktie wird gekauft und soll bei steigenden Kursen gewinnen, der Trader bucht eine binäre Put-Option, die bei fallenden Kursen gewinnt und die Aktie damit vor Verlust schützt (daher „Protective Put“).
  • Collar: Der Trader erwirbt zum Aktienkauf gleichzeitig einen Call und einen Put, was zum Revelator-Prinzip führt.

Wann ist Hedging sinnvoll?

Ganz klar sind Hedging-Strategien sinnvoll beim Einstieg in eine Position, deren Entwicklung noch nicht absehbar ist. Bei einer Position, die im Gewinn steht, könnte der Trader von der Grundannahme ausgehen, dass es immer Rückschläge geben wird, die er per Hedge in die Gegenrichtung in Gewinne verwandelt, während ihm der Hedge gleichzeitig ein großzügigeres Stopplossmanagement in die Hauptrichtung erlaubt.

Wiederum führt dieser Wunsch zum Revelator-Prinzip, das jedoch sehr schwer zu managen ist und permanent Mini-Verluste erwirtschaften kann, jedoch auch in Hauptrichtung die Gewinne durch die Verluste des Hedges einschränkt. Trader, die auf Hedging setzen, sollten den Ausgangspunkt unserer Getreidepreise – siehe oben – nicht vergessen: Hedging dient der Preisstabilität, nicht der Gewinnmaximierung. Wenn eine Position im Gewinn steht, lassen Sie diese am besten ohne Hedge einfach weiterlaufen.

Stärken, Schwächen & Alternativen

Hedging kann gut laufende Aktienpositionen preiswert absichern. Bei unsicheren Märkten wagt ein Händler den Einstieg manchmal nur, weil er sich gegen Verluste hedgt. Das ist die größte Stärke des Hedgings, es erlaubt in manchen Situationen überhaupt erst ein Handeln. Die größte Schwäche besteht im vorn beschriebenen Trugbild der permanenten Sicherheit, die Trader zu permanentem Handeln in Situationen verführt, in denen sie eigentlich den Markt von der Seitenlinie aus betrachten sollten.

Hedging ist selbst eine Ergänzung zum Trend-Trading (siehe Trendfolgestrategie bzw. Kontra-Trend-Strategie). Alternativ sollten Trader lernen, dass es beim Handeln nun einmal Verluste gibt, die es zu begrenzen gilt.

 Fazit zum Hedging bei Binären Optionen

Hedging ist allerdings kein Allheilmittel, Sicherheit an der Börse und bei Binären Optionen kann man nicht kaufen.

Allerdings erhöht man seine Chancen auf langfristigen finanziellen Erfolg durch das strategische Einsetzen von Handelsstrategien enorm.

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