Food Price Index

Der Preisindex für Weltmarktpreise von Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen als Indikator für Binäre Optionen.

Der Food Price Index (Urheber FAO, Lebensmittelpreisindex) kommt von der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO.

Es ist also ein Preisindex für Weltmarktpreise von insgesamt 55 Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen. Die Berechnung erfolgt nach der Laspeyres-Formel für solche Art von Indizes, die Preisangaben erfolgen in US-Dollar.

Food Price Index Symbolfoto

Dem Food Price Index gebührt große Aufmerksamkeit.

Damit lassen sich die Preisentwicklung von Lebensmitteln und somit auch ihr Gewicht im Warenkorb angemessen darstellen. Die FAO hat fünf Warengruppen für die Lebensmittel und Agrarrohstoffe definiert:

  • Getreide (Cereals Price Index)
  • Fleisch (Meat Price Index)
  • Milchprodukte (Dairy Price Index)
  • Öle und Fette (Oils Price Index)
  • Zucker (Sugar Price Index)

Wie bei der Methode nach nach Étienne Laspeyres üblich gibt es Basisjahre oder Basisperioden, die allmählich fortgeschrieben werden. Im Jahr 2014 stammen die Referenzpreise und -verbrauchsmengen für den Food Price Index aus der Basisperiode 2002 bis 2004, für die ein Indexwert von 100 festgelegt wurde.

So eine Festlegung erfolgt willkürlich, denn nach den Berechnungen seit 1990 – dem Startjahr des Index´ – wäre 2002 ein Stand unter 100 erreicht worden. Zu Jahresbeginn 1990 hatte man nominal – wiederum aufgrund von Rückrechnungen – einen Indexstand von 106,9 Punkten errechnet, bis zum Mai 1996 wurden 137,3 Punkte erreicht (+28,4 %). Im Mai 2002 hingegen wären 85,2 Punkte erreicht worden, die bis heute als Allzeittief gelten.

Das bedeutet, Lebensmittel können auf dem Weltmarkt auch deutlich billiger werden.

Berechnung und Aussage des Food Price Index

Für den Food Price Index müssen auch Verbrauchsmengen ermittelt werden, die im Großen und Ganzen bei einem weltweiten Bevölkerungswachstum steigen werden. Verbrauchsmengen und die dazu gehörenden Preise bestimmen den Indexstand in der Basisperiode, beides wird auf 100 festgesetzt.

Die Zusammensetzung der Warengruppen und ihre Güterpreise im aktuellen Jahr bildet eine Relation zum Basisjahr ab. Wer die Tabelle betrachtet, stellt fest, dass es im Food Price Index ständige Schwankungen gibt, die Gesamttendenz jedoch nach oben weist.

Dieser Frühindikator liefert ausgezeichnete Aussagen über:

  • eine entstehende Inflation,
  • die Entwicklung der Kosten bei Lebensmittelproduzenten,
  • Trendwenden am Agrarmarkt sowie
  • kommende Entwicklungen am Anleihe- und Rentenmarkt.

Anleihen und Rentenpapiere folgen erstaunlicherweise dem Food Price Index in einem Abstand von einem Quartal bis zu sechs Monaten. Die zeitliche Verbindung zwischen Anleihezinsen und Agrarpreisen gilt als sehr manifest und zuverlässig.

Des Weiteren gibt es enge Verbindungen mit dem Trade-Weighted US-Dollar Index (handelsgewichtet) und auch zum geometrisch gewichteten US-Dollar Index.

Wenn der US-Dollar fällt, sind inflationäre Tendenzen erkennbar, tendenziell steigen die Rohstoffpreise. Umgekehrt läuft der Food Price Index parallel zum Euro.

[note-block] Stärken und Schwächen des Food Price Index [/note_block]

Die Stärken des Index bestehen eindeutig in der guten Abbildung der Lebensmittelpreise und in der Funktion als Frühindikator, die nur selten bei anderen Indizes anzutreffen ist. Auch lassen sich Schlüsse zwischen geldpolitischen Maßnahmen, Spekulation und Preisentwicklungen auf dem Agrarmarkt ziehen.

Eine Blasenbildung wurde beispielsweise in den Jahren 2007 und 2008 festgestellt, kurz darauf folgte bekanntermaßen die bislang größte Finanzkrise des 21. Jahrhunderts. Dabei basiert die Verteuerung von Grundnahrungsmitteln – damals waren das Weizen, Mais und Reis – auch auf vollkommen natürlichen Ursachen wie Trockenheit in Exportländern.

Spekulation, ein hoher Ölpreis mit Auswirkungen auf den Transport und gleichzeitig die daraus folgende stärkere Verwendung von Getreide als Biokraftstoff beschleunigten jedoch ebenfalls den Preisauftrieb, den der Food Price Index rechtzeitig und zuverlässig anzeigte. Immerhin führen drastisch steigende Lebensmittelpreise zu Hungersnöten, Hungeraufständen und Kriegen.

Die Schwäche des Index besteht darin, dass er die Weltentwicklung im Durchschnitt abbildet und daher über Regionen nichts aussagt. Von teureren Lebensmittelpreisen haben beispielsweise die Europäer kaum etwas mitbekommen, was auch an der EU-Agrarsubventionspolitik liegt.

 Fazit zum Food Price Index bei Binären Optionen

Trader von Binären Optionen können den Index im Auge behalten, wenn sie nach einem Frühindikator für verschiedenste Entwicklungen suchen.

Natürlich kann er auch zum Trading von Agrarrohstoffen wie Weizen direkt herangezogen werden, wobei immer zu beachten ist, dass es sich um einen allgemeinen Index handelt, der unterschiedlichste Preisgruppen zusammenfasst.

Passend ergänzt werden kann der Food Price Index durch Agricultural Prices, Producer Price Index und Consumer Price Index.

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