Erdgas mit Binären Optionen handeln

Details zu Binären Optionen auf Erdgas.

Erdgas (engl. natural gas) ist ein liquider, gut handelbarer Wert und reagiert als Energierohstoff kurssensibel auf Fördermengen, Transportprobleme, und politische Probleme.

Als wären das noch nicht genug Faktoren, ist der Erdgaspreis in gewisser Weise an den Rohölpreis gekoppelt, aber – zumindest in Deutschland – seit 2010 nicht mehr in absoluter Preisbindung, das hat das Bundesverfassungsgericht nach einem BGH-Urteil im Jahr 2010 bestätigt.

Dennoch ist die Öl-Gas-Preisbindung keinesfalls komplett aufgehoben, denn die Wahrheit hierzu fällt komplexer aus, als es die BILD-Zeitung vermitteln kann und will. Trader, die auf Erdgas setzen, müssen sich ein wenig mit den Besonderheiten des Energierohstoffs auseinandersetzen.

Zum Erdgas und dem Erdgaspreis

Erdgas als brennbares Naturgas kommt in unterirdischen Lagerstätten vor, tritt vielfach zusammen mit Erdölvorkommen auf und wird mit ihm zusammen gefördert. Das ist einer der Gründe für die Erfindung der Ölpreisbindung in den 1970er Jahren, aber nicht der einzige. Erdgas gilt als relativ sauberer Brennstoff für Fernwärme, Gaskraftwerke und chemische Prozesse in der Industrie, seit einigen Jahrzehnten wird es auch in Kraftfahrzeugmotoren als LNG (liquefied natural gas = „Flüssigerdgas“) verbrannt.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Erdgases ist entsprechend sehr hoch, weshalb der Energierohstoff sehr aktiv – ebenso wie das Öl – börslich gehandelt wird. Es gibt abgeleitete Erdgasfutures und abgeleitete klassische Derivate (Optionsscheine, CFDs, Knock-outs). Jedoch fällt die fundamentale Preiseinschätzung schwer, da der Erdgaspreis über Jahrzehnte an den Ölpreis per sogenannter Ölpreisbindung gekoppelt war und – Achtung! – teilweise noch ist.

Diese Ölpreisbindung hatte der niederländische Wirtschaftsminister de Pous gemeinsam mit den Konzernen Royal Dutch Shell und Exxon in den 1970er Jahren erfunden, sie stellte die Vermarktungsbasis für niederländische Erdgasförderungen dar. Dieses Preisbindungsinstrument konnte sich anschließend auch für russische Gaslieferungen nach Mitteleuropa durchsetzen.

Die Ölpreisbindung bestand in Deutschland vollumfänglich bis 2010, Erdgas folgte im Preis stets mit einer drei- bis sechsmonatigen Verzögerung dem Ölpreis, was hinsichtlich der Förderung und des Verbrauchs nicht sinnvoll erscheinen konnte. Freilich fragt es sich, wieso überhaupt je eine Ölpreisbindung ins Leben gerufen und so lange toleriert werden konnte, jedoch sind Preisbeeinflussungen zumindest über die Fördermengenregulierung – siehe OPEC – bei Energierohstoffen international schon lange üblich.

Der deutsche Gesetzgeber stoppte schließlich die generelle Ölpreisbindung des Erdgases nach einem BGH-Urteil, bestätigt vom BVG, im Jahr 2010, jedoch existieren nach wie vor zahlreiche Ausnahmen, die Trader zumindest in groben Zügen kennen sollten. Das LNG ist nach wie vor stark an den Rohölpreis gebunden, auch gibt es immer noch sogenannte Spannungsklauseln, die eine Preisbindung des Gases innerhalb eines Preiskorridors an konkurrierende Energieträger erlauben.

Diese Energieträger sind Öl und Kohle. Diese Art der Preisbildung und -bindung erfolgt über alle Versorgungsstufen, beginnend beim Produzenten über Importeure, Ferngasgesellschaften, die nachfolgenden Gasversorgungsunternehmen bis schließlich zum privaten und industriellen Endverbraucher.

Die Ölpreisbindung ist also nicht absolut gekippt, Gas folgt preislich immer noch in groben Zügen dem Öl. Die Kursparallelen fallen allerdings nur temporär aus, es gibt Phasen, in denen sich die börslichen Preise beider Rohstoffe entkoppeln.

Erdgas mit Binären Optionen handeln

Der soeben beschriebene Hintergrund ist ausschlaggebend, wenn Trader Erdgas aus fundamentaler Sicht beurteilen und danach handeln möchten. Ein plakatives Beispiel hierfür wäre: Der Winter kommt, es muss mehr Gas verbraucht werden, die Preise sollten steigen. Die Gasförderung ist nicht gestiegen, vielleicht wird die Weiterleitung durch Pipelines – ein sensibles Thema beim Gas – sogar durch politische Unruhen beeinträchtigt (Beispiel Durchleitung des russischen Gases nach Westeuropa durch ukrainische Pipelines).

Trader könnten daher vermeintlich unbesorgt von steigenden Gaspreisen ausgehen, sie würden diese gern mit Call-Optionen handeln. Gleichzeitig gibt es jedoch vielleicht eine Entwicklung beim Öl, zum Beispiel globale Preissenkungen wegen erhöhter Fördermengen der OPEC-Staaten, die auf den Gaspreis durchschlagen. Die Rechnung geht also so nicht auf, wofür die immer noch zumindest latent bestehende Ölpreisbindung verantwortlich ist.

Diese wurde übrigens nur in Deutschland per Gesetz und Dekret aufgehoben, in anderen Staaten nicht. Aufgrund dieser vielfältigen, schwer zu kalkulierenden Faktoren empfiehlt es sich, Gas rein charttechnisch zu handeln. Hier finden Trader Trends über einen bis drei Monate, Ranges im Wochenbereich und ganz gelegentliche Ausbrüche vor, auf die mit Binären Optionen reagiert werden kann.

 Fazit zum Erdgas bei Binären Optionen

Erdgas muss als fundamental schwer zu beurteilen gelten.

→ Beim Handel mit Binären Optionen empfiehlt sich die rein charttechnische Betrachtung.

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