Employment Situation

Was hat die Beschäftigungssituation in den USA mit Binären Optionen gemeinsam? Wir klären auf.

Die Employment Situation ist die Beschäftigungssituation in den USA, in Deutschland kennt man die ähnlich gelagerte Beschäftigungsquote.

Die Datenerfassung unterscheidet sich ein wenig. Der US-amerikanische „Arbeitsbericht“ wird als sehr breit angelegter Indikator durch das BLS (Bureau of Labor Statistics) erstellt, das hierfür zwei Umfragen erstellt.

Employment Situation  Symbolfoto

Die aktuelle Beschäftigungssituation ist eine wichtige Kennzahl.

Die Establishment Survey erfasst die Beschäftigten von 400.000 US-Unternehmen aus dem nicht-landwirtschaftlichen Sektor (über 500 Branchen) inklusiver der Stundenlöhne, Arbeitszeiten und Gehälter. Die zweite Erhebung wird als Haushaltsbefragung in 60.000 US-Haushalten durchgeführt und erfasst Personen ohne Arbeit.

Daraus wird eine nationale Arbeitslosenquote hochgerechnet. Das US Census Bureau und das Bureau of Labor Statistics errechnen aus diesen Zahlen die Employment Situation.

Beschäftigungsquote in Deutschland

In anderen Staaten wie etwa Deutschland gibt es eine etwas anders gelagerte Datenbasis, die vorrangig auf den Zahlen der Jobcenter basiert, aber ebenso wie in den USA volkszählungsartige Züge trägt. Deutschland zählt die Erwerbstätige in Voll- und Teilzeit sowie Personen in Elternzeit oder Krankschreibung, die eigentlich berufstätig sind.

Deutschland unterscheidet die Bruttoerwerbstätigenquote (Erwerbstätige in Relation zur gesamten Wohnbevölkerung), die standardisierte Erwerbstätigenquote (Erwerbstätige ab dem 15. Lebensjahr in Relation zur Wohnbevölkerung) und die Nettoerwerbstätigenquote (Erwerbstätige ab dem 15. Lebensjahr bis zum gesetzlichen Rentenalter).

Die publizierte Erwerbstätigenquote betrifft in der Regel die Nettoerwerbstätigenquote. Auch eine Vollzeitäquivalent-Erwerbstätigenquote kann berechnet werden. Die Veränderungen werden monatlich ermittelt.

Die Employment Situation als Wirtschaftsindikator

Die Employment Situation liefert ein vielschichtiges Bild, das der Interpretation bedarf. Die Wall Street beachtet die Beschäftigung in allen Branchen außer der Landwirtschaft sehr stark, weil sie aus dieser Benchmark mit ihrer hohen Stichprobengröße über historisch lange Zeiträume recht genaue Vorhersagen über Geschäftszyklen ableitet.

Inzwischen gilt die Zahl von 150.000 Jobs mehr oder weniger in diesem Bereich als signifikante Größe für eine expandierende oder schrumpfende Wirtschaft. Auch die Löhne liefern Aufschluss über eine gesunde Wirtschaft, die Arbeitslosenquote verwendet sogar die FED als Indikator für mögliche Leitzinssenkungen oder -anhebungen. Jedoch ist den Verwendern durchaus klar, dass das Bild nicht vollständig sein kann.

Die Herausrechnung der Landwirtschaft basiert auf der Erkenntnis, dass dort die Beschäftigung stark saisonabhängig erfolgt, doch das betrifft auch die Bauwirtschaft. Ebenso werden Selbstständige nur unzureichend – aus den Haushaltsbefragungen – erfasst.

Dennoch liefert der Employment Situation Index wichtige Anhaltspunkte, zum Beispiel die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im verarbeitenden Gewerbe, die als wichtiger Frühindikator gilt. Die Arbeitslosenzahlen des Haushaltsberichtes hingegen sind eher ein nachlaufender Wirtschaftsindikator, weil Menschen erst dann ihre Arbeit verlieren, wenn sich wirtschaftliche Probleme der Unternehmen bereits manifestiert haben.

Investoren lesen aus der Employment Situation gewisse Trends heraus, zum Beispiel eine Zunahme der verfügbaren Nettoeinkommen für den Konsum, der wiederum gerade in Staaten wie den USA, aber auch in Westeuropa ein wichtiger Wirtschaftsmotor ist.

Diesem Indikator folgen in der Regel alsbald die Einzelhandelsumsätze. Die FED beachtet die Employment Situation sehr stark und leitet wie erwähnt aus einzelnen Kennzahlen sogar Zinsentscheidungen ab. Ein weiterer wichtiger Fakt ist unter anderem, ob die ermittelten Löhne mit der Inflationsrate Schritt halten, ob also die Masse der Bevölkerung mehr oder weniger Geld für den Konsum zur Verfügung hat.

Stärken und Schwächen der Employment Situation

Zu den eindeutigen Stärken des Employment Situation Indikators gehört in allen Staaten die breite Datenbasis, die kurzfristige Erhebung im Monatstakt und die starke Beachtung durch die Medien. Jedermann kennt die Arbeitslosenquote, die ein wichtiger Teil der Employment Situation ist.

Märkte reagieren sensibel auf diese Zahlen, die für die Gesamtbevölkerung sehr gut nachvollziehbar sind. Eine spezielle Stärke des US-Indikators ist der Einbezug des Dienstleistungssektors, der inzwischen über 50 % des US-BIP erwirtschaftet. Im Rahmen der in den USA publizierten Indikatoren gilt speziell diese Erhebung als sehr wichtig.

Für andere Staaten müsste eine andere Wertung vorgenommen werden. Diese betrifft auch die Schwächen der Employment Situation. Natürlich verzerren saisonale Einflüsse vor allem im Baugewerbe das Bild, zudem erfasst der US-Indikator nicht direkt die Arbeitsuchenden.

Diese werden wiederum von den deutschen Jobcentern gemeldet und bilden die Arbeitslosenstatistik ab, was seinerseits als Schwäche gilt, weil Nebenerwerbstätige im absoluten Niedriglohnsektor beziehungsweise viele schlecht beschäftigte Freiberufler und Gewerbetreibende als Beschäftigte beziehungsweise Nicht-Arbeitslose erfasst werden. Dieses Problem weist auch der US-Bericht auf: Die Beschäftigungsquote hat noch längst nicht etwas mit dem Gesamteinkommen der erwerbstätigen Bevölkerung zu tun.

 Fazit zur Employment Situation bei Binären Optionen

Der stark beachtete Indikator trägt ambivalente Züge: Er bringt wichtige Fakten auf den Punkt, denn jedermann leuchtet ein, was beispielsweise für einen Staat eine Arbeitslosenquote im zweistelligen Bereich bedeutet.

Dennoch bedürfen die Zahlen einer sehr differenzierten Interpretation. Das Gesamtbild der Beschäftigungssituation ist in Wahrheit äußerst komplex.

Sinnvolle Indikatoren zur Ergänzung der Employment Situation sind Producer Price Index, Import and Export Prices, Einkaufsmanagerindex sowie Consumer Price Index.

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