Employment Cost Index

Was sagt der Employment Cost Index (ECI) bei Binären Optionen aus? Wir klären auf und geben Tipps.

Der Employment Cost Index (ECI) ist der Arbeitskostenindex, er wird in entwickelten Staaten vierteljährlich ermittelt.

Employment Cost Index Symbolfoto

In den Employment Cost Index fließen die Arbeitskosten pro geleistete Arbeitsstunde ein, die in ihre wichtigsten Bestandteile – Bruttolöhne und Lohnnebenkosten – untergliedert werden.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Begriff der „geleisteten Arbeitsstunde“, der wörtlich zu nehmen ist: Krankheits-, Urlaubs- und Feiertage werden heraus-, Überstunden hineingerechnet.

Berechnung und Darstellung des Employment Cost Index

Der Index wird von allen entwickelten Staaten auf eine sehr ähnliche Weise erhoben, in Europa liegen rückwirkende Daten bis 1996 nach der NACE (Nomenclature des Activités économiques-dans les Communautés Européennes) vor.

Das deutsche Statistische Bundesamt stellt die Zeitreihen unbereinigt und auch saison- und kalenderbereinigt nach Census X12-Arima und dem Berliner Verfahren BV4.1 zur Verfügung. Mit dem Employment Cost Index sollen Inflationsrisiken erkannt werden, denn steigende Arbeitskosten verweisen auf eine höhere Inflation. Auch nutzen Unternehmen den ECI zur Wettbewerbs- und Standortanalyse in Europa. Die EZB nutzt den Employment Cost Index für monetäre Entscheidungen und ruft ihn regelmäßig ab.

Eine neue Datenerhebung findet für die ECI-Berechnung nicht statt, vielmehr verknüpfen Statistiker in einem komplexen Verfahren vorhandene Datenquellen miteinander. Die Basisdaten über Arbeitsstunden und -kosten stammen aus der quartalsweisen Arbeitskostenerhebung, die seit 2000 in Europa bei Unternehmen aus dem Produzierenden Gewerbe mit mindestens zehn Arbeitnehmern und bei ausgewählten Dienstleistern durchgeführt wird. D

ie beteiligten deutschen Dienstleistungsbranchen waren zunächst der Handel, die Gastronomie, das Hotelwesen und das Versicherungs- und Kreditgewerbe, ab 2004 schließlich der gesamte Dienstleistungssektor.

Welche Rolle spielt der Employment Cost Index?

Die Arbeitskostenerhebung ist für den Arbeitskostenindex wichtig, weil auf diese Weise die Arbeitskosten tief gegliedert nach Aufwandsarten nachzuweisen sind. Die Gliederung umfasst rund 20 Unterpositionen und ermöglicht dadurch für jeden Wirtschaftszweig eine eigene Gewichtung von Kostenkomponenten. Unterjährige Fortschreibungsindikatoren aktualisieren die Kostenkomponenten fortlaufend (vierteljährlich) bis zum Jahresbericht.

Bruttolöhne und -gehälter sind die bedeutsamste Kostenkomponente, sie werden vierteljährlich per VVE („Vierteljährliche Verdiensterhebung“) erfasst.

Auch gesetzliche und freiwillige Sozialbeiträge der Arbeitgeber sind von großer Bedeutung. Die verschiedenen Beitragssätze der einzelnen Sozialversicherungen fließen ebenfalls mit ein. Die Angaben zur bAV (betriebliche Altersversorgung) werden nach Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) inkludiert.

Mit den Zeitreihen einzelner Wirtschaftsbereiche lässt sich ein Index der Gesamtwirtschaft erstellen – der Employment Cost Index -, aus dem die Finanzbranche, Wirtschaftsweise, Politiker und Manager von Unternehmen und Sozialversicherungen ihre Schlüsse über das konjunkturelle Klima ziehen.

Die Zentralbanken beachten den ECI sehr stark und lassen ihn in ihre Zinsentscheidungen einfließen, die FED ebenso wie die EZB. In der Öffentlichkeit wird er weniger kommuniziert, Fachleute halten ihn jedoch für unverzichtbar, und die Genauigkeit weiterer Indizes und sonstiger Angaben überprüfen zu können.

Stärken und Schwächen des ECI

Die größte Stärke des Employment Cost Index ist die genaue Datenbasis, die Rückschlüsse über die exakten Arbeitskosten in der Wirtschaft erlaubt. Auf diese Weise lässt sich ermitteln, ob die Unternehmen teuer oder billig produzieren können, was neben den Rohstoff- und Energiekosten ganz erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft hat. Wenn die Arbeitskosten steigen, gilt das als Frühindikator für eine beginnende Inflation, nicht zuletzt deswegen sind die Zentralbanken so stark an diesem Index interessiert.

Das deutsche Statistische Bundesamt verweist darauf, dass die Bundesbank und die EZB die stärksten Verwender des für Deutschland und Europa ermittelten ECI sind. Schwächen ergeben sich aus dem fortwährenden Anpassungsbedarf, dem die Statistiker mit Revisionen entgegenwirken. Dadurch wird der Employment Cost Index sehr komplex und könnte zu Verzerrungen neigen.

Die Komplexität ist dadurch ablesbar, dass es zum Arbeitskostenbericht einen zusätzlichen Qualitätsbericht gibt, der wiederum die Höhe von Revisionen benennt. Das bedeutet, der Employment Cost Index ist eine Kennzahl praktisch nur für Fachleute.

 Fazit zum Employment Cost Index bei Binären Optionen

Wenn Trader sehr fundamental interessiert sind und einen längerfristigen Horizont einnehmen, könnten sie sich für den Employment Cost Index als vorlaufenden Wirtschaftsindikator interessieren.

Die Problematik hierbei besteht darin, dass die Zahlen nicht in jedem Börsenbericht – anders als andere Zahlen (zum Beispiel die Arbeitslosenstatistik) – veröffentlicht werden. Ein spezielles Problem für die Trader von Binären Optionen ergibt sich aus deren eher kurzfristigem Zeithorizont, der es schwierig macht, die Rückschlüsse aus dem Employment Cost Index zu inkludieren.

Hier lohnt sich ein zusätzlicher Blick auf Import and Export Prices sowie den Consumer Confidence Index.

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