Consumer Price Index

Der Index der Verbraucherpreise wird bei Binären Optionen oftmals vernachlässigt. Wir klären auf, ob zurecht.

Der Consumer Price Index (kurz: CPI) ist der Verbraucherpreisindex, den alle entwickelten Staaten der Welt aufgrund eines Warenkorbes berechnen.

Consumer Price Index Symbolfoto

Der Consumer Price Index Symbolfoto zählt zu den bekanntesten Wirtschaftsindikatoren.

Diese Rechnungen gibt es schon sehr lange, in rudimentärer Form wahrscheinlich seit Jahrhunderten. Die entsprechenden Warenkörbe ähneln sich in westlichen Staaten, allerdings sind sie keinesfalls identisch und werden alle fünf Jahre (in Deutschland) aktualisiert.

Es leuchtet von vornherein ein, dass ein Warenkorb zwischen einzelnen Staaten allein schon wegen grundsätzlich anderer Ausgaben für Mieten oder auch Kraftstoff verschieden ausfallen muss.

Die Entstehung des Consumer Price Index

Man vermutet, dass Preisindizes im Zuge der Entstehung von Nationalstaaten mit einer einheitlichen Ökonomie geschaffen wurden. Sie bilden die Basis für die Bewertung einer ausgewogenen Wirtschaftspolitik. Daher könnten sie in einigen Ländern um das 16. bis 17. Jahrhundert herum entwickelt worden sein (Großbritannien, Frankreich, Skandinavien, USA, einige asiatische Staaten), in Deutschland eher nach der Überwindung der Kleinstaaterei im 19. Jahrhundert.

Die modernen Indizes umfassen auch größere Wirtschaftsräume wie die Europäische Union (EVPI = Europäischer Verbraucherpreisindex) oder die Eurozone (VPI-EWU = Verbraucherpreisindex der Eurozone). Die USA nutzen den PCE (Personal-consumption expenditures price-index), Großbritannien den HICP (Harmonisierter Konsumenten-Preisindex), die Schweiz den LIK (Landesindex der Konsumentenpreise). In Deutschland heißt der Index VPI (Verbraucherpreisindex für Deutschland).

Funktionsweise und Einsatzgebiete des CPI

Der Consumer Price Index gibt anhand des Warenkorbes die prozentuale Preisveränderung aller Waren und Dienstleistungen an. Er bezieht sich auf den privaten Bedarf und vergleicht jeweils das aktuelle Jahr mit dem Vorjahr, während der Warenkorb aktualisiert wird (in Deutschland im 5-Jahres-Turnus). Für die Berechnung gibt es verschiedene Methoden, so den Laspeyres-Index, den Paasche-Index und den Fisher-Index, Deutschland wendet den Laspeyres-Index an.

Dessen Berechnung erfolgt durch die Multiplikation der aktuellen Preise und der Verbrauchsmengen im aktuellen Jahr geteilt durch die Preise mal Verbrauchsmengen im Vorjahr (= Basisjahr). Es fließen 300.000 Einzelpreise ein, die monatlich von 188 Gemeinden gemeldet werden. In jüngerer Zeit nutzt man auch Preiserhebungen im Internet, um die Zunahme des Online-Shoppings einfließen zu lassen. Die Güter des Warenkorbs werden etwa 700 Gütergruppen zuordnet, durchschnittliche Preisentwicklungen beziehen sich auf diese Gütergruppen.

Auf diese Weise lässt sich etwa feststellen, dass Wohnen deutlich teurer, Reisen billiger und Essen/Trinken nur leicht teurer geworden sind. In einzelnen Gütergruppen gibt es immer wieder auch Preissenkungen. Die Gütergruppen werden hierarchisch geordnet, in der obersten Hierarchiestufe finden sich zwölf Kategorien von Nahrungsmitteln über Getränke (alkoholisch und nicht-alkoholisch), Bekleidung, Miete, Wasser, Strom, Gas und Brennstoffe, Möbel, Verkehr, Freizeit und Bildung bis zu Gaststätten und weitere Waren und Dienstleitungen.

Die einzelnen Kategorien unterliegen einem Wägungsschema je nach ihrem Anteil am privaten Verbrauch. Dieses Wägungsschema stammt aus der Datenerhebung von 60.000 deutschen Haushalten. Der Verbraucherpreisindex wird eingesetzt, um die objektive Inflation zu ermitteln, die unter anderem einen wichtigen Anhaltspunkt für die europäische Währungspolitik liefert.

Jedoch leiten sich auch politische Entscheidungen auf nationaler Ebene aus ihm ab, etwa die Beschlüsse von Bund, Ländern und Kommunen zur Verstärkung des Sozialwohnungsbaus, wenn exorbitant steigende Mieten festgestellt werden.

Stärken und Schwächen des Consumer Price Index

Zur Beurteilung einer Inflation oder Deflation ist der Consumer Price Index unverzichtbar, er wird daher immer die Währungspolitik bestimmen und damit auch Einfluss auf Anlageentscheidungen an der Börse nehmen. Die Kausalkette ist hierbei komplex und nicht immer leicht nachzuvollziehen, zudem beeinflussen sich Währungsentscheidungen und der Consumer Price Index gegenseitig. Die Zinssenkungen der FED seit 2008 und der EZB seit 2011 haben zu einer stark nachlassenden Inflation in beiden großen Währungsräumen geführt, das schlug auch auf die Verbraucherpreise durch.

Inzwischen befürchtet man eine Deflation mit prekären Auswirkungen auf den privaten Konsum, denn bei deflationären Entwicklungen, also sinkenden Preisen, schieben viele Verbraucher ihre Anschaffungen in der Hoffnung auf noch weiter sinkende Preise auf. Der private Konsum ist in entwickelten Volkswirtschaften eine maßgebliche Stütze der Ökonomie. Diese Deflation lässt sich aus dem sinkenden Consumer Price Index ablesen. Die US-amerikanische FED reagiert seit 2013 mit dem Tapering darauf, der Rücknahme ihrer Anleiheaufkäufe und damit des QE (Quantitative Easing), während die EZB ihr QE seit 2014 gerade erst auszuweiten beginnt.

Jedoch werden auch europäische Währungspolitiker nach wie vor den Consumer Price Index bei ihren Entscheidungen heranziehen und daher vermutlich eine Geldpolitik mit Augenmaß betreiben. Das sind die Stärken dieser Kennziffer, die auch Schwächen aufweist. So stellt der Consumer Price Index praktisch nie die subjektiv gefühlte Inflation dar. Das kann auch nicht sein, weil Mieter eine andere Inflation fühlen müssen als Eigenheimbesitzer, Kraftfahrer nehmen sie anders wahr als die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, Raucher anders als Nichtraucher, Familien mit Kindern anders als Singles oder kinderlose, auch ältere Paare und so fort.

Bezüglich dieses Phänomens untersucht das deutsche Statistische Bundesamt seit einiger Zeit die sogenannte „wahrgenommene Inflation“. Diese ist deshalb wichtig, weil sie – ebenso wie eine Deflation – zu einem grundlegenden Verbrauchervertrauen und damit Konsumverhalten führt, das wiederum die nationale Ökonomie stark beeinflusst.

 Fazit zum Consumer Price Index bei Binären Optionen

Der Consumer Price Index muss für Verbraucher als eine Gut-zu-wissen-Information gelten, für Anleger, Politiker und Wirtschaftsfachleute ist er hingegen bedeutsam.

Binäre Optionen Trader und Investoren sollten gelegentlich ein Auge auf diesen Index haben.

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