Collar Strategie

Ist die Collar Strategie bei Binären Optionen sinnvoll?

Die Collar Strategie ist ein Hedging-Konzept für den Kaufzeitpunkt von Aktien oder anderer Underlyings und somit auch für Binäre Optionen relevant.

Collar heißt Kragen, damit soll wohl gemeint sein, dass der Kauf zweier Optionen – zum Kauf des Basiswertes werden gleichzeitig noch ein Put und ein Call gekauft – wie ein Kragen schützend den Basiswert-Kauf umschließt.

Die Hedging Strategie Long Collar erklärt

Neben dem Long Collar existiert auch ein Short Collar (Erklärung s.u.).

Mit diesem Kragen kann der Investor bei steigenden Kursen zusätzlich zum Underlying etwas am Call verdienen, während der Put verliert, aber weniger als der Gesamtgewinn aus Underlying und Call. Bei fallenden Kursen gewinnt der Put, der Call verliert. Die Anleger hoffen bei diesem Szenario, den Put-Gewinn mitnehmen und bei einem Trendwechsel wieder mit dem Call in den Gewinn gelangen zu können.

Das ist natürlich nicht gesichert, jedoch lassen sich immerhin durch eine Collar Strategie Risiken etwas minimieren und/oder Gewinne vergrößern – aber nur mit etwas Glück und bei geschickter Handhabung.

Ansonsten heben sich die Optionsscheingewinne und -verluste gegenseitig auf. Entstanden ist diese Strategie offensichtlich mit dem zunehmenden Derivatetrading in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Funktionsweise der Collar Strategie

Der Investor kauft eine Aktie oder einen anderen Basiswert und gleichzeitig einen Call und einen Put auf diesen Basiswert. Die beiden Optionen können auch gekauft werden, wenn die Aktie schon etwas im Gewinn steht, in diesem Moment wäre die Collar Strategie möglicherweise noch etwas sinnvoller anzuwenden. Das ist allerdings reine Geschmacksfrage, es lässt sich auch ein aus Sicht des Basiswertes antizyklischer Einstieg denken.

Die Hedging Strategie Short Collar erklärt

Der Short Collar ist das Gegenstück zum Long Collar.

Wie sich der Trader weiter verhält, hängt vom Kursverlauf ab. Bei steigendem Kurs kann er die Stopps für die Aktie und den Call nachziehen und den Put wertlos verfallen lassen, dessen Verlust durch Aktien- und Callgewinn kompensiert wird. Bei fallendem Kurs kann der Anleger den Call und die Aktie halten, einen Stopp für den Put zur Gewinnsicherung setzen und bei wieder ansteigendem Kurs den Put-Gewinn mitnehmen, die Stopps für Aktie und Call nachziehen und/oder antizyklisch einen neuen Put beispielsweise per nachziehendem Kaufstopp einbuchen, um einen neuen Collar zu konstruieren.

Mit Geschick lassen sich damit Gewinne erwirtschaften, gesichert ist das allerdings nicht.

Wann ist eine Collar Strategie sinnvoll anzuwenden?

Bei leicht im Gewinn stehenden Aktien wäre eine Collar Strategie sehr sinnvoll einzusetzen, ebenso direkt zum Kaufzeitpunkt, wenn der Anleger prinzipiell vom steigenden Kurs seiner Aktie (oder eines anderen Basiswertes) überzeugt ist. Es geht dem Investor grundsätzlich darum, etwas Luft zu seinem Stopp für das Aktienpaket zu schaffen.

Chart- und fundamentaltechnisch kann er sich durchaus einen Rückschlag vorstellen, dessen Verlust und Risiko durch den Put-Gewinn gemindert werden soll. Natürlich kann der Kurs auch weiter steigen, weshalb der gleichzeitig gebuchte Covered Call zum Aktienpaket den Put hedgt. Es handelt sich damit bei der Collar Strategie um einen doppelten Hedge: Der Put hedgt die Aktie, der Call hedgt den Put. Das ist nur in bestimmten Situationen wirklich sinnvoll.

Eine weit im Gewinn stehende Aktie auf diese Weise zu hedgen kann zu unnötigen Verlusten führen, es sei denn, der Trader ist davon überzeugt, dass es demnächst einen Rückschlag geben müsse, dem er mit dem Put begegnen möchte. Für diesen Fall – bei einer schon im Gewinn stehenden Aktie – wäre allerdings der Kauf eines Calls überflüssig.

Grundsätzlich heben sich Put und Call gegenseitig auf, daher verursacht die Collar Strategie in vielen Situationen überflüssigen Aufwand (auch finanziellen Aufwand durch das Buchen, Gebühren, einen möglichen Zeitwertverfall von Optionen und Sicherheitsabstände bei Stopps) ohne große Gewinnchancen.

Stärken und Schwächen

Als Stärke wäre lediglich zu vermerken, dass zum Kaufzeitpunkt oder kurz danach die weitere Entwicklung noch sehr unklar erscheinen muss und jeder Anleger den Wunsch hegt, sich gegen alle möglichen Entwicklungen auf irgendeine Weise zu wappnen. In diesem Sinne ähnelt die Collar Strategie sehr einem psychologischen Beruhigungsbonbon.

Das kann natürlich wichtig für einen Anleger sein, der sich sonst gar nicht entschlossen hätte, in sein Aktienpaket einzusteigen. Dieser Beruhigungspille stehen jedoch viele Schwächen gegenüber, deren größte zweifellos ist, dass sich Call und Put gegenseitig aufheben und daher eine Collar Strategie – nüchtern betrachtet – zu keinem Zeitpunkt wirklich etwas bringt. Es gäbe sinnvollere Alternativen.

Als einzige mögliche Ergänzung wäre auf die Gewichtung der Optionsscheine und ihr pro- und antizyklisches Zubuchen zu verweisen. Abhängig von der Marktsituation könnte der Trader den Call oder den Put übergewichten und/oder der Entwicklung mit pro- und antizyklischen Kaufstopps für beide Seiten folgen.

→ Bei dieser Überlegung käme schon die echte Alternative ins Spiel:

Der Trader kann, wenn er sich schon hegden will, zum Aktienpaket einen Put entweder gleich buchen oder gar – noch viel sinnvoller – anstelle eines Verlustbegrenzungsstopps für die Aktie einen Kaufstopp für den Put setzen und den Call ganz außen vor lassen.

Ein noch weiter ausgebautes System nutzt zwar die Collar Strategie, aber ausschließlich per Kaufstopp für die Optionen. Als Optionen könnten dann auch CFDs oder Knock-outs verwendet wären, die viel leichter zu berechnen sind als klassische Optionsscheine. Binäre Optionen gleichgewichtet und per gleichzeitigem Kauf bei einer Collar Strategie anzuwenden erscheint schlechterdings sinnlos.

Eine der beiden Optionen gewinnt 70 – 80 %, die andere verliert: Es entsteht durch den Kauf beider Optionen in jedem Fall ein kleiner Verlust. Die sinnvollste Handhabung einer Collar Strategie besteht tatsächlich im Setzen von Kaufstopps auf beiden Seiten. Wenn ein Aktienpaket erst einmal komfortabel im Gewinn steht, muss diese Strategie ohnehin hinterfragt werden.

 Fazit zur Collar Strategie bei Binären Optionen

Diese Handlungsweise wirkt nur in wenigen Situationen wirklich sinnvoll, der psychologische Aspekt überwiegt.

Davor sei in gewisser Hinsicht gewarnt: Die Collar Strategie könnte auch zum Overtrading führen, das immer mit Verlusten verbunden ist.

Für Binäre Optionen sind als Handelsstrategien die Trendfolgestrategie, die Kontra-Trend-Strategie sowie ein Blick auf Korrelationen sinnvoller.

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