Candlestick Chart – Binäre Optionen

Candlestick-Charts sind populär und auch bei Binären Optionen sinnvoll. Doch wie setzt man sie bestmöglich ein?

Ein Candlestick Chart (deutsch: Kerzenchart) stellt die Kurse in Form einer Kerze mit einem Körper und zwei Dochten oben und unten dar. Der Körper bezieht sich auf eine bestimmte Zeitperiode und weist aufgrund seiner Farbdarstellung den grundlegenden Trend innerhalb dieser Periode aus.

Auch aus der Länge des Körpers und der Dochte lassen sich auf einen Blick wesentliche Schlüsse ziehen. Diese Darstellung stammt aus dem 18. Jahrhundert, ihr Erfinder war der japanische Reishändler Munehisa Homma. Und auch in der heutigen Zeit mit modernen Finanzinstrumenten wie Binären Optionen und dem Forex und CFD Handel sind Candlesticks noch aktuell.

Entstehung der Candlestick Charts

Munehisa Homma (本間 宗久) wurde 1724 in Sakata geboren und später „Gott der Märkte“ genannt. Er war der erste Händler, der die Candle Sticks publizierte, vermutlich hat er sie entwickelt. Vorausgegangen waren jahrelange Aufzeichnungen der Reispreise, die schon damals in Japan börslich gehandelt wurden. Homma nutzte die von ihm entwickelte Darstellung erfolgreich für Prognosen kommender Reispreise, was allein deshalb erstaunlich und verblüffend ist, weil diese Preise in großem Umfang von der Ernte – also auch vom Wetter – und nicht allein vom Verhalten der Marktteilnehmer abhängen.

Homma entstammte einer wohlhabenden Familie, übernahm als jüngster Sohn deren Unternehmen und baute den erfolgreichen Reishandel weiter aus. Nachdem er seine Candle Sticks entwickelt und umfangreich publiziert hatte, folgten dieser Strategie – damals nach Hommas Geburtsort als „Sakata-Strategie“ benannt – viele andere Händler, allerdings beileibe nicht mit demselben Erfolg.

Munehisa Homma jedoch konnte damit den Reismarkt unter seine Kontrolle bringen sowie zum reichsten Japaner und Regierungsberater in Finanzfragen aufsteigen. Erfreulicherweise für die Nachwelt war er ein reger und guter Publizist, eines seiner Werke war „Die Quelle des Geldes“ (San’en Kinsen Hiroku, japanisch 三猿金泉秘録, 1755), in welchem er seine Grundsätze veranschaulichte:

A) „Nichts Böses sehen“: Panik bei fallenden Kursen vermeiden, bedacht verkaufen oder antizyklisch nachkaufen

B) „Nichts Böses hören“: Gerüchte vernachlässigen

C) „Nichts Böses sagen“: Eigenhandel nicht ankündigen

Weitere Bücher von Homma als Autor oder Co-Autor waren Kommentare zur Sakata-Strategie (Sakata Senjutsu Shōkai, japanisch 酒田戦術詳解)) und das Handelswerk Sōkyū Sōba Zanmaiden (japanisch 本間宗久相場三昧伝). Der wirtschaftliche Hintergrund für Hommas Bemühen war das Bestreben der japanischen Regierung ab dem frühen 18. Jahrhundert, die Reispreise mehr saisonunabhängig zu gestalten, indem Futures auf die Verkaufspreise zur Erntezeit eingeführt wurden.

Die Futures wurden als Papier-Coupons ausgegeben und ihrerseits spekulativ gehandelt, was eine frühe Form des Optionshandels darstellte. Die Markterwartungen gewannen damit gegenüber dem realen Erntegeschehen ein höheres Gewicht bezüglich der Preise, teilweise mit prekären Auswirkungen, die man auch heute bei Rohstoff-Futures kennt: Im Jahr 1749 wurden in Japan Coupons für Reis-Futures im Wert von 110.000 Ballen Reis gekauft und verkauft, die tatsächliche Reisernte betrug aber nur 30.000 Ballen.

Später geriet die Candle Stick Charttechnik etwas in Vergessenheit, die Japaner behielten sie allerdings immer im Auge. Im Jahr 1990 schließlich popularisierte sie der amerikanische Trader Steve Nison in der westlichen Welt.

Wie sind Candlestick-Charts aufgebaut?

Wer einen Candlestick Chart richtig lesen und verstehen will, muss wissen, wie er aufgebaut ist. Ein Candlestick besteht aus einem Körper und zwei Dochten oben und unten, beides kann aber auch fehlen: Es sind dochtlose Körper und körperlose Dochte ebenso möglich wie Körper mit einem Docht nur oben oder nur unten. Der Körper wird in seiner Länge durch die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs der jeweiligen Periode (beliebige Zeiteinheit zwischen einer Minute und einem Jahr) bestimmt.

Candlestick Beispiel

Beisbiel eines Candlestick-Charts (Facebook Aktie).Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Liegt der Schluss über der Eröffnung, so kennzeichnet die entsprechende Kerze in dieser Periode einen steigenden Kurs und wird weiß oder grün dargestellt. Umgekehrt – höhere Eröffnung, niedrigerer Schluss – fiel der Kurs, die Kerze erscheint schwarz oder rot. Die Dochte sind die Differenzen zwischen Eröffnung und Höchstkurs (oben) sowie Tiefstkurs und Schluss (unten). Liegen Eröffnung und Schluss auf demselben Niveau, so bildet die Kerze ein Doji: Der Markt ist unentschlossen.

Was sagt ein Kerze aus?

Die Interpretationen sind sehr umfangreich. Die Farbe kennzeichnet die Tendenz in dieser Periode, die Länge des Körpers die mehr oder minder große Differenz zwischen Eröffnung und Schluss, die Länge der Dochte ebenso wie das Fehlen von Dochten oder dem Körper kennzeichnet mehr oder minder starke Preis-Peaks.

Trader leiten aus Candlestick-Darstellungen alles Mögliche ab, diverse Formationen wie „Hammer“ und „Hanging Man“ basieren auf Candle Sticks.

Was lässt sich aus Candlestick-Charts ableiten?

Es sind Ableitungen des generellen Trends, von Trendumkehrungen und Volatilitäten möglich. Das Volumen lässt sich aus einem Candle Stick grundsätzlich nicht ablesen, auch wenn das Bild dazu verleitet. Hierfür gibt es eine andere Form der Chartdarstellung mit breiteren oder schmaleren Körpern, den Equivolume Chart.

Die Candle Sticks lassen sich grundsätzlich auf jeder Zeitebene anwenden. Technische Analysen sind recht gut mit dieser Darstellung vorzunehmen, beispielsweise bei einer Analyse von DAX Werten mit den entsprechenden Signalen.

 Fazit zu Candlestick-Charts bei Binären Optionen

Die Stärken bestehen in den umfangreichen Informationen (siehe oben) auf einen Blick. Eine generelle Schwäche liegt in der Gefahr von intuitiven Missinterpretationen. Figuren wie langer Docht nur auf einer Seite und kurzer Körper verleiten allzu oft zur Annahme einer bevorstehenden Trendumkehr, die aber nicht stattfindet.

Diese Darstellung gehört heute zu den am häufigsten verwendeten, auch in der westlichen Welt. Nur wenige Binäre Optionen Trader ziehen andere Formen wie den OHLC vor.

Candlestick Charts bestehen aus einzelnen Candles („Kerzen“). Bekannte Candles sind die White Marubozu, die Black Marubozu, Hanging Man und Hammer. Eine gut verständliche Einführung und Übersicht zu Candlesticks bei Binären Optionen bietet unserer Ratgeber ebenfalls.

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