Buying Index Puts

Wie funktioniert Buying Index Puts bei Binären Optionen?

Buying Index Puts  ist eine Handelsstrategie, welche zum Hedging von Indexpositionen verwendet wird.

Buying Index Puts erklärt

Ursprünglich wurde Buying Index Puts von denjenigen Händler entwickelt, die etwa ab den 1920er bis 1930er Jahren die klassischen Optionsscheine nutzten, um Investments in den Dow Jones mit Put-Scheinen abzusichern.

Auch nach der Entstehung europäischer Aktienindizes nutzte man in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch klassische Optionsscheine für das Buying Index Puts.

Die Verfahren haben sich inzwischen in mehrfacher Hinsicht gewandelt, zuletzt durch das Aufkommen der Binären Optionen ab 2008 (Was sind Binäre Optionen?). Der stärkste Wandel fand in den 2000er Jahren statt. Ab 2003 entwickelten deutsche Emittenten die Knock-outs, die sich 1:1 gehebelt mit dem Basiswert mitbewegen, ab 2005/2006 folgten die britischen CFDs mit ähnlichem Aufbau und 2008 die zunächst in den USA zugelassenen Binären Optionen.

Mit dem Finanzinstrument der Knock-outs verabschiedeten sich zunehmend die großen Investoren – also auch Banken in ihrem Eigenhandel – von der teuren Investition in einen Index oder in davon abgeleitete Futures, sie buchen heute mehrheitlich – das sollte auch privaten Tradern bewusst sein – derivate Anlageinstrumente wie CFDs und Knock-outs.

Die Knock-outs dürften absolut dominieren, was wir Ihnen sehr gern begründen würden, wenn der Platz hierfür zur Verfügung stünde. Der Handel mit Derivaten kann nur geschätzt werden, vermutlich macht er mehr als 60 % des weltweiten Börsenhandels aus und bestimmt – sehr wichtig – damit maßgeblich die Kurse. Wenn nun heute ein Trader auf die Strategie des Buying Index Puts absichert, dann hat er wahrscheinlich eine stärkere Call-Position auf einen Index gebucht und hedgt sich mit dem Put.

Wie funktionieren Buying Index Puts?

Der Trader setzt beispielsweise seit dem Jahr 2013 auf einen steigenden Dax, was sich gut begründen lässt und sich im Sommer 2014 (Zeitpunkt dieser Betrachtung) als vortreffliche Entscheidung erweist. Anfang 2013 überstieg der Dax die 7.500-Punkte-Marke und erreichte damit ein neues Hoch (kein Allzeit-Hoch), nachdem er 2011 nochmals (nach 2008) infolge der Fukushima-Katastrophe abgestürzt war.

Schon seit 2009 hatten die Anleger Hoffnung geschöpft, dass die große Finanzkrise der Jahre 2007/2008 überwunden sei, der Dax hatte sich vom Tief bei rund 3.600 Punkten gut erholt und 2011 schließlich die 7.500 Punkte erreicht (Allzeithoch 2007 über 8.100 Punkte).

Fukushima machte das wieder zunichte. Der Dax fiel erneut unter 5.500 Punkte zurück. Wer nun Anfang 2013 einstieg, war seit 2007/2008, als etwas älterer Trader schon seit Ende der 1990er Jahre gewarnt: Der Dax kann wie alle Indizes krass stürzen und auch gut und gern in ein paar Monaten die Hälfte seines Wertes einbüßen. Er kann aber auch – wie seit Anfang 2013 – in anderthalb Jahren um 2.500 Punkte zulegen.

Ein Open-end Knock-out auf den Dax zum Preis von 3,00 Euro Anfang 2013 hätte im Juni 2014 einen Preis von rund 28 Euro erreicht, aus einem Kapitaleinsatz von 3.000 Euro = 1.000 Stück des Scheins Anfang 2013 wäre ein Kapital von 28.000 Euro geworden.

Klingt das nicht fein? Jedoch weiß der gewarnte Trader, der die Märkte lange genug beobachtet, dass es immer Rückschläge geben kann.

→ Daher wendet er nun Buying Index Puts an, hedgt sich also am besten mit einem Put als Knock-out.

Es ist jedes andere Hedging möglich, der Trader kann auch CFDs, klassische Optionsscheine oder Binäre Optionen verwenden, was allerdings bislang recht unkomfortabel ist, da nur ganz wenige Broker das Gesamtpaket an Derivaten anbieten. Bei diesem Hedging verwendet der Trader ausdrücklich eine kleinere Put-Position, es könnten beispielsweise nur 100 oder 200 Stück Knock-outs sein. Ansonsten hätte Buying Index Puts dem Trader seinen Call-Gewinn vernichtet.

Wann sind Buying Index Puts sinnvoll?

Man könnte meinen, Buying Index Puts seien eigentlich im steigenden Aktienmarkt immer einzusetzen, das ist auch nicht verkehrt. Im Falle eines Crashs nämlich gewinnen sie so stark, dass sie sogar stark übergewichtete Call-Positionen effektiv gegen Verluste schützen, ja sogar Gewinne für die Gesamtpositionen realisieren können.

Jedoch ist zu vermerken, dass das Handling beim Buying Index Puts extrem knifflig ausfällt. In Seitwärtsphasen empfiehlt es sich, weder in die Call- noch in die Put-Position einzusteigen, sondern bestenfalls Kaufstopps in beide Richtungen zu setzen.

Stärken und Schwächen

Die Stärke liegt im Komfort, in einen steigenden Index zu investieren, weil durch Buying Index Puts ein Sicherungspolster geschaffen wird. Die jeweilige Investition sowohl in den Call als auch in Buying Index Puts muss allerdings wirklich mit Bedacht vorgenommen werden, zudem dürfen Trader dabei nicht die Nerven verlieren. Der Dax beispielsweise kann auch in einem sehr stabilen Aufwärtstrend wie seit Anfang 2013 zwischenzeitlich um 500 Punkte einbrechen, was eine Investition in Calls rasch zu einem Verlustbringer – trotz Buying Index Puts – macht.

Die Schwäche kann darin bestehen, entweder dem Buying Index Puts blind als Versicherung zu vertrauen oder es zu übertreiben bis hin zum Gleichgewicht mit den Calls: Das vernichtet den Call-Gewinn, die Position steht unentschieden bei +/- 0. In Wahrheit verliert der Trader durch Gebühren, Finanzierungskosten (Knock-outs verlieren pro Tag einen Punkt) und den nötigen Sicherheitsabstand beim Ein- und Ausstoppen etwas Geld.

Die Alternative ist der Verzicht und das ausschließliche Arbeiten mit Stopps. Die Ergänzung besteht im behutsamen Aufstocken der Position in Long-Richtung und der Verwendung des Buying Index Puts anstelle von Stopps, also nicht dem sofortigen Zubuchen.

 Fazit zu Buying Index Puts bei Binären Optionen

Buying Index Puts ist eine hervorragende Strategie bei der Long-Investition in einen Index, die im besten Fall – mit etwas Glück und Geschick beim Buchen – sogar den Long-Gewinn ergänzen kann.

Auch bei Binären Optionen lässt sich diese Strategie gut einsetzen.

Das würde passieren, wenn der Anleger es tatsächlich schafft, die Puts per Kaufstopp nur bei signifikanten Rückschlägen einzubuchen und ihren Gewinn mitzunehmen, während die Call-Position schon gut im Gewinn steht.

Weitere interessante Handelsstrategien für Binäre Optionen sind Pivot Punkte, Long Call, Married Put Strategie sowie für Fortgeschrittene die Straddle-Strategie.

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