Schotten schubsen GBP auf Talfahrt

Zweites Referendum zur schottischen Unabhängigkeit? Wir erklären die Folgen für den Pfund.

Der interessante News-Blog des Brokers BDSwiss befasst sich in einer aktuellen Ausgabe mit den Auswirkungen des Brexit’ und der Haltung der Schotten auf das Britische Pfund. Dieses steht seit dem Brexit-Votum der Briten massiv unter Druck, der sich womöglich noch massiv erhöhen dürfte. Die schottische Regierungspartei SNP möchte ein zweites Referendum zur schottischen Unabhängigkeit durchführen lassen.

Die derzeit wichtigste Initiatorin für das Vorhaben ist die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon. Allerdings hat sie keinen leichten Stand, denn die Schotten hatten zwar mit 62 % klar gegen einen Brexit, beim Referendum über die schottische Unabhängigkeit 2014 aber auch mit 55 % für einen Verbleib in Großbritannien gestimmt.

2014 war allerdings ein Brexit noch nicht in Sicht, daher hat sich die Situation geändert. Möglicherweise würde bei einem neuen Referendum zur schottischen Unabhängigkeit die knappe Mehrheit pro Vereinigtes Königreich kippen, denn der Brexit ist vielen Schotten suspekt. Sie sind gegenüber der EU durchaus positiv eingestellt.

Aktuell verhandelt Sturgeon in Brüssel mit der EU-Kommission über eine Regelung, mit der Schottland separat in der Europäischen Union bleiben könnte – ohne Unabhängigkeit. Das scheint nach gegenwärtigem Stand der Dinge (Ende Oktober 2016) kaum möglich zu sein. Wenn nun Schottland die Wahl zwischen Großbritannien und der EU hat, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Schotten lieber Europäer als Briten sein wollen.

Schon die Spekulationen über das mögliche neue Referendum zur schottischen Unabhängigkeit setzen das britische Pfund massiv unter Druck. Es fällt gegen alle anderen Majors wie den Dollar, den Euro, den japanischen Yen und den Schweizer Franken, wahrscheinlich setzt sich dieser Trend mit hoher Volatilität fort. Die Märkte reagieren auf politische Großveränderungen traditionell sehr nervös, denn es geht um nicht wenig. Großbritannien, Schottland und die EU sind sehr eng verwobene Handelspartner, der Freihandel spielt für die wirtschaftliche Entwicklung eine immense Rolle. Eine schottische Unabhängigkeit hätte zudem eine hohe Signalwirkung für andere Separatisten in Europa, etwa in Spanien und Belgien. Für Anleger bleibt die Entwicklung des Pfunds sehr interessant, hier dürften sich viele Tradingchancen ergeben.