Neuwahlen GB: Auswirkung auf Märkte

Premierministerin May hat Neuwahlen für den 8. Juni angesetzt. Das sollten Trader über die Neuwahlen in Großbritannien jetzt wissen.

Die britische Premierministerin Theresa May hat überraschend Neuwahlen schon für den 8. Juni 2017 angesetzt und hierfür auch die Unterstützung des Parlaments erhalten. Damit erhofft sie sich Rückendeckung für ihren Brexit-Kurs und will den Gegnern im britischen Unterhaus den Wind aus den Segeln nehmen. Trader sollten sich auf Veränderungen vor allem beim britischen Pfund einstellen, das Berichtet der Broker 10Markets.

Auswirkungen der May-Erklärung auf die Märkte

Nach der Erklärung von Theresa May schnellte das britische Pfund gegen den US-Dollar, den Euro und andere Währungen nach oben, gegen den Euro fiel es inzwischen wieder (Stand: 24.04.17). Ursächlich ist vor allem der Überraschungseffekt der sogenannten Snap-Wahl (in etwa: “Schnell-Wahl”) vor dem regulären Wahltermin im Jahr 2020. Eine solche Wahl darf ein britischer Premier verlangen, wenn entweder ein Vertrauensverlust der Regierung zu befürchten ist oder wenn die Abgeordneten mit Zwei-Drittel-Mehrheit für den vorgezogenen Wahltermin stimmen.

Letzteres ist dieses Mal der Fall. Es geht darum, für den harten Brexit ein eindeutiges Votum des Volkes zu erhalten. Im Grunde pokert Theresa May damit um ihre politische Zukunft, doch das Kalkül könnte aufgehen: Wenn sie durch die Wähler mehrheitlich bestätigt wird, hätte ihr Brexit-Kurs eine bessere Basis im Volk.

Was ändert sich durch den harten Brexit?

Großbritannien will keine Kompromisse beim EU-Austritt. Ein Freihandelsabkommen mit der EU wäre erst noch auszuhandeln, es dürfte also sogar neue Zölle beim Handel mit Großbritannien geben. Das wirkt zunächst bedenklich, einige Ökonomen warnen dementsprechend vor einer düsteren wirtschaftlichen Zukunft für den gesamten Kontinent. Es gibt aber auch Experten wie den Ifo-Präsidenten Clemens Fuest, die Mays Ankündigung für vernünftig halten: Sie bringt Sicherheit in die Brexit-Verhandlungen.

An den Finanzmärkten erzeugte die Aussicht auf vorgezogene britische Neuwahlen teilweise für höhere Volatilität, der britische Leitindex FTSE fiel kurz nach dem Statement von Theresa May um 1,7 %. Vermutlich hält die Verunsicherung bis zum 9. Juni an, danach könnten die Märkte eine neue Richtung einschlagen.