Auswirkungen der Wahlergebnisse

Der Broker BDSwiss verweist in einem aktuellen Blogbeitrag auf die Auswirkungen der deutschen Bundestagswahl auf die Märkte.

Die großen Volksparteien mussten massive Stimmenverluste hinnehmen, die rechtsextreme AfD zog als drittstärktste Fraktion in den Bundestag ein. Die europäischen Märkte reagierten verunsichert.

CDU verliert, Merkel bleibt Kanzlerin

Angela Merkel bleibt die deutsche Bundeskanzlerin, wird das Land nun in der vierten Legislaturperiode führen und damit den bisherigen Rekord von Helmut Kohl egalisieren. Jedoch hat ihre konservative CDU nur 33 % der Stimmen geholt, das ist das schlechteste Ergebnis seit 1949. Genauso schlecht (in Relation) schnitt die andere große Volkspartei SPD unter ihrem Spitzenkandidaten Martin Schulz ab, die nur 20 % aller Stimmen erhielt.

Alarmierend ist der große Zuspruch für die AfD, die fast 13 % der Stimmen erreichte. Merkel muss nun die Kluft innerhalb der deutschen Gesellschaft überwinden. Die europäischen Märkte reagierten am Montag zunächst pessimistisch auf das künftig zersplitterte Parlament in Deutschland, die wichtigen Indizes DAX, FTSE (Großbritannien), CAC 40 (Frankreich) und Euro Stoxx 50 eröffneten schwächer. Allerdings setzte im Verlauf der Woche eine Erholung ein. Der EUR/USD gab ebenfalls nach und erholte sich jedenfalls bis Donnerstag (28.09.) nicht.

Weitere Meldungen mit Markteinflüssen

Die Brexit-Verhandlungen gingen in Brüssel in die nächste Runde, die Briten ließen durch ihre Premierministerin Theresa May um eine verlängerte Übergangsfrist bitten. Wie genau die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU aussehen werden, konnte May bislang nicht präzisieren. Daraufhin machte der europäische Verhandlungsführer Michel Barnier deutlich, dass es ohne konkrete Vorschläge der Briten weder eine verlängerte Übergangsfrist noch ein Handelsabkommen geben werde.

Das britische Pfund, zuletzt im Aufwind, gab daraufhin wieder nach. Der Goldpreis, der nach Kriegsdrohungen zwischen den USA und Nordkorea am Montag emporgeschossen war, fiel inzwischen wieder deutlich zurück, was Experten auf den starken Dollar zurückführen. Er notiert am Donnerstag um 1.280 Dollar und damit weit entfernt von der als wichtig geltenden 1.300-Dollar-Marke.